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Neurodermitis Behandlung

von Dr. Rüdiger Wahl

Neurodermitis Behandlung

von Dr. Rüdiger Wahl

Therapiemöglichkeiten bei Neurodermitis und Ansätze mit medikamentöser und nicht-medikamentöser Behandlung (vorbeugend, topisch und systemisch)

Inhaltsverzeichnis:

  • Therapie Allgemein
  • Vorbeugende Therapie
  • Äußerliche Therapie
  • Innerliche Therapie
  • Weitere Methoden

Die Neurodermitis Therapie umfasst verschiedene Möglichkeiten der Behandlung. Es wird grundsätzlich zwischen der medikamentösen und der nicht-medikamentösen Therapie unterschieden. Zusätzlich wird diese in prophylaktische (vorbeugende) Maßnahmen, Akutbehandlung (bei einem Neurodermitisschub) und dauerhafte Behandlung unterteilt. In den folgenden Absätzen erläutern wir die äußerliche Therapie der Neurodermitis, die innerliche Therapie und weitere Therapiemöglichkeiten wie z. B. Heilmethoden der Alternativmedizin.

Um den Hintergrund der Behandlungen besser verständlich zu machen und Umgang mit der Erkrankung zu erleichtern, erfährt der Leser zunächst einige Information zur Krankheit selbst, bevor auf die einzelnen Möglichkeiten der Neurodermitis Therapie eingegangen wird. Die Neurodermitis ist eine entzündliche Hauterkrankung, welche durch eine Überempfindlichkeitsreaktion des Immunsystems ausgelöst wird. Diese Reaktion wird als atopisch bezeichnet und ist auch die Ursache für Erkrankungen wie z. B. Asthma und Heuschnupfen.

Neurodermitis gehört, mit über drei Millionen Erkrankten, zu den am häufigsten vorkommenden Hauterkrankungen in Deutschland. Anfällig für eine Erkrankung an Neurodermitis sind über 20 Prozent der Kinder und ca. drei Prozent der Erwachsenen. Bei einer Erkrankung im Kindesalter besteht allerdings die Chance, dass die Neurodermitis im Laufe des Lebens von alleine wieder verschwindet. Symptome der Neurodermitis sind u. a. starker Juckreiz, nicht ansteckende Ekzeme und trockene, gereizte Haut.

Auch psychische Symptome können infolge des Leidensdrucks der körperlichen Symptome auftreten. Einige Betroffene empfinden Scham wegen der Hautveränderung. Auch Schlafprobleme können durch die Erkrankung entstehen. Typisch ist, dass bei Kindern die Symptome meist im Gesicht und Halsbereich auftreten und bei Erwachsenen eher im Bereich der Beugeseiten der Arme und der Beine.

Bei der Therapie der Neurodermitis gilt es zunächst die Ursachen (Triggerfaktoren) der Neurodermitis Schübe, also den Auslöser der Immunreaktion, zu finden. Einige Risikofaktoren und Auslöser sind z. B. Umweltallergene (Tierhaare, Hausstaubmilben …), Kontakt mit Wolle oder reizenden Kunstfasern, allergieauslösende Lebensmittel (Erdnüsse, Hühnereier, Milch), Schweiß aber auch psychische Faktoren. Raucher sollten versuchen wenn möglich ganz aufzuhören oder zumindest die Anzahl der täglichen Zigaretten stark zu reduzieren. Die Toxine im Zigarettenrauch belasten die Haut und den gesamten Organismus allgemein. Therapieansatz Nummer 1 lautet also: Auslöser der Erkrankungen herausfinden und bei Möglichkeit meiden.

Vorbeugende Therapiemöglichkeiten bei Neurodermitis

Wie schon in der Einleitung erwähnt, sollte zunächst mit der Suche der Auslösefaktoren begonnen werden. Es sollte aufmerksam beobachtet werden, auf welche Gegenstände oder Einflüsse der Erkrankte empfindlich reagieren. Ein Auslösefaktor sollte jeweils einige Tage gemieden und die Reaktion des Körpers betrachtet werden. Wichtig ist eine ständige Pflege der Haut (prophylaktisch) und auch zwischen den akuten Krankheitsschüben, damit die Haut elastisch und gesund bleibt. Der Hautschutzmechanismus wird somit verbessert.

Für die Pflege der Haut eignen sich die Hautpflege Produkte aus unserem Onlineshop. Im Sortiment finden sich Pflegeprodukte zur dauerhaften Pflege, aber auch Produkte zur Symptomlinderung bei Krankheitsschüben für Kinder und Erwachsene.

Neurodermitis-Creme

​Bei der täglichen Hautreinigung sollte ein stark rückfettendes Reinigungsmittel verwendet werden. Bevorzugt werden sollten Reinigungsmittel mit saurer pH-Werteinstellung. Vollbäder wirken sich negativ auf die Neurodermitis aus und sollten vermieden werden. Stark abdeckende Kosmetika sollten ebenfalls gemieden werden, da sie zur Verstopfung der Hautporen führen können und somit den Schweißabfluss behindern. Vorteilhaft zeigt sich das Benutzen geeigneter Allergiker Bettwäsche, wie die Milben-Bettwäsche von avantal. Diese bietet Schutz vor Allergenen, besitzt ein hohes Absorptionsvermögen, ist aber gleichzeitig atmungsaktiv und trocknet schnell.

Eine weitere Möglichkeit bietet eine Hyposensibilisierung (falls der Auslösefaktor bekannt ist). Bei einer Hyposensibilisierung wird das Immunsystem ganz langsam, Schritt für Schritt an das symptomauslösende Allergen gewöhnt. Dies kann erst einmal eine Verschlechterung der Symptome mit sich führen.​

Äußerliche (topische) Therapie der Neurodermitis

​Bei der Akutbehandlung wird vor allem versucht, die Symptome zu lindern. Sehr bedeutend ist dabei die Behandlung des Juckreizes, da quälender Juckreiz früher oder später zum Kratzen an der betroffenen Stelle führt und somit die anderen Symptome weiter verschlimmert werden. Ein Teufelskreis entsteht.

Um bei der Behandlung den kompletten Organismus nicht unnötig zu belasten, wird anfangs versucht die Symptome mit äußerlich anzuwendenden Mitteln (topische Behandlung) zu verbessern. Zur Verbesserung des Krankheitszustandes stehen verschiedene frei verkäufliche und verschreibungspflichtige Präparate zur äußeren Anwendung zur Verfügung. Medikamentöse Behandlungen sollten immer zuerst mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Häufig werden Glukokortikoidcremes- oder Salben (Kortisonpräparate) zur Behandlung der Neurodermitis vom Arzt verschrieben. Diese sind bekannt für ihren starken entzündungshemmenden Effekt. Dabei wird unterschieden in schwach wirksame Glukokortikoide, wie der Wirkstoff Hydrocortison[-azetat]; mittelmäßig wirksame Glukokortikoide, wie der Wirkstoff Prednicarbat und stark wirksame Glukokortikoide, wie der Wirkstoff Momethason. Falls die topische Therapie keinen Erfolg zeigt, wird zunächst die Dosis erhöht, bevor auf systemische Glukokortikoidtherapeutika umgestiegen wird. Falls es zu Infektionen der aufgekratzten Wunden kommt, werden meist kurzfristig Antibiotika in Form von Cremes oder Salben eingesetzt. Äußerliche Anwendungen mit Harnstoff (Urea) als Wirkstoff helfen der Haut, Verschuppungen zu lösen und die Haut geschmeidig zu halten. Auch Gamma-Linolensäurehaltige Öle wie Borretischsamenöl, Nachtkerzenöl oder schwarze Johannesbeerensamenöl können zur Regeneration und Aufrechterhaltung der Hautstruktur behilflich sein.

Bei leichten Beschwerden können Hausmittel helfen. Kalte Schwarzteewickel können durch ihren gerbenden Effekt helfen den Flüssigkeitsverlust zu verringern. Die im Schwarztee enthaltenen Gerbstoffe können außerdem einen eventuellen Bakterienbefall der Haut verringern und somit bei der Wundheilung helfen. Der kühlende Effekt hilft gleichzeitig gegen den Juckreiz.

Innerliche (systemische) Neurodermitis Therapie

Glukokortikoide zur innerlichen Einnahme wirken ebenfalls entzündungshemmend, antiallergisch und helfen dabei die starke Immunreaktion auszubremsen. Systemisch wirkende Glucokortikoide besitzen aber auch eine große Zahl an Nebenwirkungen, weswegen anfangs eine lokale, äußerliche Behandlung mit Glucokortikoiden einer systemischen Therapie bevorzugt wird, solange dies die Schwere der Krankheit zulässt. Eine weitere Arzneistoffgruppe bilden die Antihistaminika (Antiallergika). Diese verringern die Freisetzung des, zum Juckreiz führenden, Histamins und bewirken somit eine Linderung des Juckreizes. Außerdem besitzen Antihistaminika ebenfalls entzündungshemmende Eigenschaften.

Weitere Therapiemöglichkeiten der Neurodermitis

Da sich starker Stress auch negativ auf die Erkrankung auswirkt, sollten bei großer Stressbelastung auch entspannungsfördernde Maßnahmen wie Stressmanagementkurse, Yoga, Pilates oder autogenes Training in Betracht bezogen werden. Eine Bestrahlung mit UV-Licht in bestimmten Wellenlängen stellt auch einen möglichen Therapieansatz dar. Dies hilft bei der Bekämpfung der Entzündung. Für Kinder unter 12 Jahren ist diese Behandlung nicht geeignet. Eine Reizklimatherapie bietet sich, wie die UV-Licht-Therapie bei starken Neurodermitis Schüben als Zusatz Behandlung an. Im Reizklima z. B. am See oder im Hochgebirge kann allergenarme Luft eingeatmet werden und außerdem ist dort meist dort die UV-Strahlung etwas höher.

Im Bereich der Alternativmedizin bietet sich Homöopathie, Akupunktur, traditionelle chinesische Medizin, Kinesiologie, ayurvedische Medizin, Bachblüten Therapie oder auch die im ersten Moment skurril klingende Eigenurintherapie an. Grundsätzlich sollten auch diese mit dem behandelnden Arzt, vor Beginn der Therapie, abgesprochen werden.

Die richtige Hautpflege bei Neurodermitis

Da die Ursache der Erkrankung häufig nicht erkannt werden kann, gibt es bislang auch keine Heilung. Neurodermitis ist somit eine chronische Krankheit und kann nur symptomatisch behandelt werden. Das bedeutet, dass der Fokus darauf liegen muss, die Krankheitszeichen, wie beispielsweise das Jucken und den Ausschlag, weitgehend zu beseitigen.

Bei einer Hauterkrankung wie Neurodermitis ist die Hautpflege essentiell

Grundsätzlich sollte die Haut auch in beschwerdefreien Intervallen täglich gut gepflegt werden. Und auch zu diesen Zeiten ist die Konsultation eines Hautarztes oder Apothekers unabdingbar. Da der Hautzustand eines Neurodermitikers sich auch zwischen den Schüben häufig ändert, kann es notwendig werden, Pflegemittel immer wieder anzupassen.

Keine Cremes mit Konservierungsmitteln, Duft- oder Farbstoffen verwenden

Am besten sind pH-neutrale Produkte. Die Basispflege soll die Haut gegen äußere Reize abschotten und das Eindringen von Allergenen (krankheitsauslösende Stoffe) erschweren. Diese Behandlung hat zum Ziel, Entzündungen und Hauttrockenheit zu vermindern, die Hautbarriere zu erneuern und den Juckreiz zu stillen. Die Haut wird also im Idealfall weniger empfindlich. Dieses Ziel versucht man unter anderem durch den Einsatz von rückfettenden Emulsionen oder Ölbädern zu erreichen.

Die Haut vor dem eincremen reinigen

Es ist wichtig die Haut vor dem Verwenden einer Creme richtig zu reinigen. Sollte die Desinfizierung der Haut nötig sein, muss darauf geachtet werden, dass die Präparate nicht zu stark austrocknen, beziehungsweise dass rückgefettet wird. Auch die Reinigung mit reinem Wasser sollte vermieden werden, da die normalerweise durch Fette gehaltene Hautfeuchtigkeit verdunstet und so die Haut letztendlich zu stark austrocknet. Wie bereits beschrieben, erzielen Ölbäder für eine Rückfettung eine gute Wirkung. Grundsätzlich sind solche Bäder allerdings nicht als Mittel zur täglichen Körperreinigung, sondern als gelegentliche Pflegemaßnahme anzusehen.

Dies bedeutet, dass zunächst eine gründliche Reinigung zum Zweck der Entfernung von Allergenen erfolgen muss. Außerdem heißt das, dass das Baden nicht zu lang ausgedehnt werden sollte. Das Wasser sollte eher lauwarm als heiß sein. Idealerweise lässt der Patient dem Körper nach dem Bad etwas Zeit, damit das Öl einziehen kann, und trocknet sich nicht gleich und auch nicht sehr gründlich ab.

Vorsicht beim Abtrocknen

Die groben Stoffe können die Haut erneut reizen. Für Kinder und Säuglinge ist die Anschaffung eines speziellen Neurodermitis-Overalls eine Überlegung wert. Auch hier wird der Körper vor mechanischem Reiz geschützt, sodass die Haut zur Ruhe kommen kann. Nach dem Duschen oder Baden wird der Körper eingecremt oder, sollte die Haut bereits entzündet sein, eingesalbt. Für Erwachsene gibt es ein Äquivalent, den Neurodermitis-Anzug.

​Neurodermitis Creme, Salbe, Lotion – wo liegt der Unterschied?

Emulsionen sind Verbindungen zweier normalerweise nicht mischbarer Substanzen. In der Medizin beziehungsweise der Pharmazie sind diese Stoffe meistens Wasser und Öl. Öl-in-Wasser-Emulsionen haben einen geringeren Anteil an Fett als an Wasser. Diese Mischungen sind in der Regel Lotionen. Wasser-in-Öl-Emulsionen dagegen haben im Gegensatz zum Wasser einen höheren Fettanteil und werden als Cremes bezeichnet. Die Emulsionen eignen sich besonders zur Pflege nicht entzündeter trockener Haut. Für die Herstellung von Salben wird kein Wasser verwendet. Auf eine fettreiche Basis können Arzneimittel aufgebracht werden, die jedoch nur bei medizinischer Indikation angewendet werden dürfen.

Hautpflege in der akuten Phase – die richtige Creme bei Neurodermitis

Auch in der akuten Phase steht die Reinigung an erster Stelle. Anschließend kann statt eines Ölbades für die entzündete, nässende Haut ein Badezusatz mit Gerbmitteln, sogenannten Tanninen, eingesetzt werden. Diese antibakteriell wirkenden Mittel eignen sich besonders für Hand- und Fußbäder. Zudem beruhigen sie die Haut und machen sie widerstandsfähiger gegenüber Aggressoren. Ebenfalls für die Behandlung entzündeter, mit Keimen besiedelter Haut geeignet ist Kaliumpermanganat. Die Chemikalie kann zur Desinfizierung genutzt werden. Bei stark eitrigen Pusteln und Knötchen kann auch mit Mitteln auf Jodbasis desinfiziert werden.

Nach der Desinfektion wird eingecremt oder eingesalbt; je nach nötiger Behandlung. Bei entzündeter, aber intakter Haut bietet sich zunächst eine Kühlung der Rötung und des Ausschlags mit einer Creme für Neurodermitis oder einer Lotion an. Ist die Haut bereits rissig, braucht unsere Körperhülle vor allem Fett. Jetzt kommen Wasser-in-Öl-Emulsionen zum Einsatz oder auch spezielle Salben.

Diese können Urea (Harnstoff) enthalten, welcher keimabtötend wirkt. Zudem mindert der tatsächlich aus Urin gewonnene Heilstoff das Jucken. Sollte auch dieses Krankheitsstadium schon überschritten und die Hautoberfläche großflächig mit eitrigen Bläschen etc. bedeckt sein, ist die Behandlung mit Immunsuppressiva angezeigt. Die entzündungshemmenden Wirkstoffe unterdrücken die Immunabwehr und verhindern damit eine Reaktion des Körpers auf vermutete, aber auch tatsächliche Allergene.

In der Regel werden Salben mit Glucocorticoiden (körpereigene Hormone der Nebennierenrinde, die unter anderem den Stoffwechsel beeinflussen) verwendet, die allerdings nicht frei von unter Umständen beträchtlichen Nebenwirkungen sein können. Möglich sind die übermäßige Verdünnung der Haut, Pigmentierungsstörungen und starke Behaarung. Salben auf Basis von Glucocorticoiden sollten daher nur kurzzeitig und unter strenger Beobachtung des Arztes angewendet werden. Um die Behandlung so gut wie möglich auf die Bedürfnisse des Patienten anzupassen, werden die Arzneistoffe für die Neurodermitis Creme in der Apotheke jeweils individuell zusammengestellt.

Eventuell muss auch eine Kur mit einem Antibiotikum erfolgen. Alternativ könnte man auch die Anwendung von silberhaltigen Pflegemitteln versuchen. Die Silberpartikel bekämpfen Bakterien der Hautoberfläche und werden schon seit langer Zeit in der Medizin zur Wundheilung eingesetzt.

Bei Neurodermitis unbedingt vermeiden

Ein Patient mit Neurodermitis sollte neben vermuteten Allergenen weiterhin langes, heißes Baden vermeiden. Pflegende Ölbäder können zwar beruhigen und rückfetten, wirken aber bei zu häufiger Anwendung ebenfalls hautreizend. Beim Kontakt mit Wasser empfiehlt es sich, Schutzhandschuhe überzuziehen. Dabei muss allerdings darauf geachtet werden, dass die Handschuhe aus Material gefertigt sind, welches für Allergiker geeignet ist. Die Hände sollten immer wieder mit der passenden Creme, Lotion oder Salbe eingefettet werden. Die Präparate dürfen auf keinen Fall Duft-, Farb- oder Konservierungsstoffe enthalten und sollten stets pH-neutral sein. Zusätzlich sind die regelmäßige Betreuung durch den Arzt und die strikte Einhaltung des Behandlungsplans wichtig. Geeignete Produkte zur Hautpflege bei Neurodermitis finden Sie in unserem Onlineshop.