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Allergie

von Dr. Rüdiger Wahl

Allergie

von Dr. Rüdiger Wahl

Viele Menschen haben eine. Einige Menschen leiden sehr unter ihr. Wenige haben eine aber wissen es nicht. Aber es gibt kaum jemand der noch nie etwas von der „Allergie“ gehört hat. Was bedeutet „Allergie“ und wie wirkt sie sich auf unser Leben aus? Wenn Sie diesen Artikel bis zum Ende lesen, werden Sie die wichtigsten Antworten auf alle Fragen zur Allergie haben.

Inhalt:

  • Was bedeutet Allergie?
  • Was löst Allergien aus?
  • Was sind Allergene?
  • Welche Rolle spielen Pollen bei der Allergie?
  • Welche Schimmelpilze lösen Allergien aus?
  • Was sind allergische Kreuzreaktionen?
  • Wie verändert sich die Allergie im Lauf des Lebens?                                          
  • Die Typen der Allergie
  • Allergie in der Historie
  • Allergie-Diagnostik
  • Spezifische Immuntherapie
  • Wie bedeutend sind Tierhaare bei einer Allergie
  • Neurodermitis und Allergie
  • Allergie und Naturheilkunde
  • Anaphylaktischer Schock
  • Allergie Prävention
  • Was ist eine Allergie – VIDEO

Was bedeutet „Allergie“?

Allergie bedeutet:

Eine in zeitlicher, qualitativer (Beschaffenheit) und quantitativer (Menge/Masse) Hinsicht erworbene, spezifische Reaktionsveränderung des Organismus auf der Basis einer pathogenen (krankhaften) Immunreaktion.
Dies mag zunächst sehr kompliziert klingen, einfach ausgedrückt ist Allergie: Eine “nicht übliche”/unübliche Reaktion des Körpers auf äußere Einflüsse, die für die meisten Menschen unproblematisch sind. Einfache Beispiele hierfür sind z.B. Pollen, Gräser, Lebensmittel und Hausstaub.

Die Historie der Allergie und wie Allergie heute definiert ist.

So viele Menschen in der ganzen Welt leiden an verschiedenen Allergien, aber wie baut sich das eigentlich historisch auf? Im Folgenden werden wir uns diesen Fragen widmen:

• und woher kommt eigentlich der Begriff Allergie?
• Wann trat die erste dokumentierte Allergie auf?
• Wann und von wem wurde der wissenschaftliche Grundstock zur Allergie gelegt?
• Was verstehen wir unter Allergie heute?

Was bedeutet das Wort „Allergie“?

Allergie leitet sich aus dem griechischen ab und zwar von allos ergon. Darunter versteht man die Bereitschaft zu andersartigen von normalen abweichenden Reaktion. Die ersten bekannten Allergiker: Bereits vom ägyptischen König Menes war bekannt, dass er an einer Insektengiftallergie verstarb und zwar an einem anaphylaktischen Schock (Kreislaufzusammenbruch). Hätte er einen Autoinjektor dabei gehabt, dann hätte er wohl eine gute Überlebenschance gehabt. Doch dafür war die Zeit einfach noch nicht reif, diese lebensrettenden Geräte sollten erst viel später erfunden werden, aber dazu später mehr.

Im Jahr 1570 wurde von einer Katzenallergie berichtet, d.h. Personen bekamen allergische Symptome, wie Bläschen auf der Haut und Atemnot als sie einen Raum betraten in dem sich Katzen aufhielten. 1888 wurde bereits Hausstaub auf eine krankmachende Wirkung hin untersucht. An z.B. Milben oder gar an eine Allergie dachte zu diesem Zeitpunkt wohl niemand.

Und König Richard der III von England war Erdbeerallergiker. Er bekam nach dem Genuss von Erdbeeren die typischen Symptome einer Nahrungsmittelallergie, wie Magendruck, Durchfall und asthmatische Beschwerden.

Die erste exakte klinische Beschreibung des Heuschnupfens erfolgte bereits im Jahr 1819. Im 19 Jahrhundert wurden schon die ersten Haut- und Provokationstests durchgeführt. Der wissenschaftliche Nachweis für eine Allergie. Die ersten wissenschaftlichen Belege für die Allergie und die Ermittlung, wer immunologisch für die Allergie beim Menschen verantwortlich ist noch nicht so lange her. Es passierte zur Zeit der Beatles nämlich 1967. Zu dieser Zeit wurde von Herrn Professor Johansson vom Karolinska Institut in Stockholm, Schweden und von dem Forscherehepaar Ishizaka in den USA das IgE (Immunglobulin E) im Serum/Blut des Menschen entdeckt. Damit bekam die Allergie ihr wissenschaftliches Fundament.

Das IgE stellte nicht nur die Basis für die Entwicklung von einer Vielzahl serologischen Tests dar, sondern die Allergie wurde jetzt auch unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten betrachtet und als Krankheit wahrgenommen.

Aus dem Nähkästchen

Auf der 20 Jahrfeier in Bad Lippspringe, eine ehemalige Hochburg der Allergie in Deutschland mit den wunderbaren Menschen Herrn Professor Erich Fuchs, Gott hab ihn seelig, Herrn Dr. Debelic, auch schon bei Professor Fuchs und Herrn Professor Bergmann, jetzt Charité – Universitätsmedizin Berlin, zur Entdeckung des IgE fragte Dr. Wahl Professor Johansson, warum das IgE erst so spät entdeckt wurde. Er sagte es lag an der sehr geringen Konzentration des IgE im Blut/Serum des Menschen.

Warum war es aber so schwer die Allergie nachzuweisen?

Die zum Nachweis erforderliche Menge IgE liegt nur im nanogarmm (ng) Bereich. Vorher existierten schlichtweg nicht die Möglichkeiten, so geringe Konzentrationen im Blut/Serum zu bestimmen.

Allergie bedeutet:

Unter Allergie versteht man heute eine in zeitlicher, qualitativer (Beschaffenheit) und quantitativer (Menge/Masse) Hinsicht erworbene, spezifische Reaktionsveränderung des Organismus auf der Basis einer pathogenen (krankhaften) Immunreaktion. Diese drückt sich in verschiedenen Krankheitsbildern aus, wie Rhinitis, Rhinokon-junktivitis, Asthma bronchiale etc. Die die am meisten von der allergischen Erkrankung betroffen sind, sind die Atopiker( die Veranlagung zur Allergie wird vererbt). Auch konnte man über den allergischen Marsch die zeitliche Abfolge der Allergien während des Lebensalters des Mensch verfolgen.An dieser Stelle wird bewusst auf den Menschen abgestellt, denn es gibt auch Allergien bei Tieren.

In Deutschland leidet jeder Dritte Einwohner an einer allergischen Erkrankung. Die Allergie ist einer „Geisel“ der Menschheit, die man aber dank guter Forschung und Entwicklung vieler exzellenter Produkte, die kommerziell angeboten werden, gut im Griff hat. Zur Behandlung werden heute eine Vielzahl von Produkten angeboten auf die in einem nächsten Artikel noch eingegangen wird. Das Spektrum erstreckt sich von Symptomatika, der spezifischen Immuntherapie, den Einsatz von Milben-Bettwäsche und Acariziden gegen die Milben und noch mehr.

Was löst Allergien aus?

Allergien werden von Allergenen ausgelöst hier sind besonders Pollen oder Hausstaubmilben zu nennen. Beim Kontakt (z.B. einatmen) von Allergenen können bei entsprechend disponierten Personen (Menschen mit einer erhöhten Empfindlichkeit auf dieses Allergen) allergische Reaktionen auftreten. Diese Abwehrreaktionen des Immunsystems können sich dann in verschiedenen Krankheitsbildern ausdrücken. Dazu zählen z.B. die Rhinitis, Rhinokonjunktivitis, Asthma bronchiale und Weitere. Die die am häufigsten von der allergischen Erkrankung betroffen Personen sind Atopiker (denn die Veranlagung zur Allergie wird vererbt). Auch konnte man über den sog. „allergischen Marsch“ die zeitliche Abfolge der Allergien während des Lebens eines Menschen nachgezeichnet werden. Wir betonen an dieser Stelle bewusst „Menschen“, denn es gibt auch Allergien bei Tieren. Zur Behandlung werden heute eine Vielzahl von Produkten angeboten auf die noch eingegangen wird. Diese reichen von Symptomatika, spezifische Immuntherapie, Einsatz von Encasings und Acariziden gegen die Milben und noch viel mehr mehr.

​In Deutschland leidet jeder Dritte Einwohner an einer allergischen Erkrankung. Die Allergie ist eine „Geisel“ der modernen Menschheit, die man aber dank der vieler hervorragender Produkte, die kommerziell angeboten werden, gut im Griff hat. Zusammengefasst: Allergien werden durch Allergene ausgelöst.

Was sind Allergene?

Allergene sind überwiegend Proteine (Eiweißstoffe). Diese Proteine (Eiweißstoffe) unterscheiden sich u.a. in ihren Molekulargewichten, was über die SDS-PAGE und den Westernblot ermittelt werden kann. Nahezu alle Proteine können auch als Allergen bei entsprechend disponierten Personen fungieren, was bedeutet, dass diese Proteine allergische Reaktionen hervorrufen. Allerdings gibt es auch einige Medikamente, wie z.B. Penicillin, die über allergene Aktivität verfügen, aber keine Proteine sind.

​Wenigstens zu 95% sind Allergene Eiweißstoffe (Proteine). Diese Allergene können bei einer Typ 1 Allergie, das ist eine Allergie, die über das IgE (Immunglobulin E) mediiert ist, die entsprechenden Symptome einer allergischen Erkrankung beim Menschen auslösen. Die wichtigsten Allergene sind die Pollen wie von Gräsern, Bäumen z.B. Birke und Kräutern z.B. Beifuss, von den Milben wie den Hausstaubmilben, z.B. Dermatophagoides pteronyssinus, Dermatophagoides farinae etc., den Vorratsmilben z.B. Acarus siro, Tierepithelien, z.B. von der Katze und dem Hund, Schimmelpilze wie Alternaria alternata  und Cladosporium herbarum, Insektengifte z.B. von der Biene und Wespe und Nahrungsmittel  z.B. vom Hühnerei und der Kuhmilch. Diese stellen die meisten „Substanzen“ dar, die Allergien bei entsprechend disponierten Personen auslösen können. wobei sich die Allergie mit unterschiedlichen Symptomen bemerkbar machen kann.

Welche Rolle spielen Pollen bei der Allergie?

Die Pollen, hier besonders die der Gräser und Bäume und auch der Kräuter sind sehr große Verursacher von allergischen Erkrankungen bei entsprechend disponierten Personen. Eine Polle ist eine Zelle mit männlichem Erbgut, die für die Fortpflanzung der Samenpflanzen verantwortlich ist. Sie wird von einer Pflanze freigesetzt und durch Insekten oder den Wind auf eine andere Pflanze übertragen. Die Partikelgröße der Polle liegt bei >10µm (1 Mikrometer = 10 hoch -6 Meter).

​Neben den Hausstaubmilben wie Dermatophagoides pteronyssinus sind die Pollen die größten Allergieverursacher beim Menschen. Es sind in der Hauptsache die Pollen der grünen Pflanzen. Allergien auf Blumenpollen, Pollen der bunten Pflanzen, sind eher selten.

Welche Schimmelpilze lösen Allergien aus?

Neben den Pollen, Hausstaubmilben wie Dermatophagoides pteronyssinus, Tierhaaren, Insektengifte, Nahrungsmittel spielen die Schimmelpilze eine wichtige Rolle als Allergieauslöser bei entsprechend disponierten Personen. Es gibt eine Vielzahl an Schimmelpilzen wie z.B. Alternaria tenuis (alternata), Cladosporium herbarum, Penicillium notatum, Fusarium moniliforme, Aspergillus fumigatus etc. Die wichtigsten Schimmelpilze stellen wohl Alternaria, Cladosporium, Penicillium, Fusarium und Aspergillus dar.

Was sind allergische Kreuzreaktionen?

Was versteht man unter einer allergischen Kreuzreaktion? Einfach ausgedrückt versteht man unter einer Kreuzreaktion, dass unterschiedliche „Substanzen“ gemeinsame Allergene aufweisen. Leicht zu verstehen ist das, wenn die „Substanzen“ der gleichen botanischen oder zoologischen Familie angehören. Schwerer ist das schon zu verstehen, wenn das nicht zutrifft. Aber so etwas gibt es auch. So besteht zwischen den Süßgräsern wie den Pollen von Phleum pratense, Dactylis glomerata, Lolium perenne, Holcus lanatus  Poa pratensis etc. aber auch Roggen eine 100%ige Kreuzreaktion.

​Für den Gräserpollenallergiker bedeutet das, wenn er z.B. auf die Pollen von Phleum pratense allergisch reagiert bzw. sensibilisiert ist, er auch auf die von z.B. Dactylis glomerata und  Roggen allergisch reagieren wird.

Wie verändert sich die Allergie im Lauf des Lebens?   

Die Forschung ist immer bemüht zu ermitteln, ob es schon früh Anzeichen für eine allergische Erkrankung bei Atopikern (Allergie wird vererbt) gibt. Welche Allergie/Sensibilisierung wird zuerst beim Menschen auftreten und welche zuletzt? Geht eventuell sogar mit den Jahren die Allergie zurück oder kommen sogar im fortgeschrittenen Alter erst die Allergien? Diese Fragen sollten die Untersuchungen zum allergischen Marsch beantworten.

Dazu hat Herr Professor Wahn von der Charité – Universitätsmedizin Berlin mit Mitarbeitern/innen viele Untersuchungen mit Patienten durchgeführt, deren Krankheitsverlauf über Jahre verfolgt und dokumentiert wurde. Der allergische Marsch nimmt Bezug auf eine typische Abfolge im Auftreten und verschwinden atopischer Krankheitssymptome der Haut und der Atemwege, so wie bestimmter IgE (Immunoglobulin E) Antworten gegen Nahrungsmittel- und Umweltallergene, wie z.B. der Hausstaubmilbe Dermatophagoides pteronyssinus.

Die Typ-Klassen der allergischen Erkrankung

Die Einteilung der allergischen Erkrankungen erfolgt nach Gell und Coombs. Der Typ I umfasst die klassische allergische Sofortreaktion, die über das IgE (Immunglobulin E) mediiert ist. Dazu zählen die allergischen Krankheitsbilder wie z.B. Asthma bronchiale, Rhinokonjunktivitis, Urtikaria, Anaphylaxie, eben die Krankheitsbilder, die man aus den klassischen allergischen Erkrankungen her kennt.

​Seltener als die Typ 1 Reaktion sind die Typklassen II-IV, die bei den Allergien, die in diesem Komplex beschrieben werden, so gut wie keine Rolle spielen. Bei diesem Komplex liegt der Schwerpunkt nur auf den Allergien vom Typ I, denn auf den anderen Gebieten bin ich auch kein Fachmann, um dazu ausführlich etwas zu sagen/schreiben zu können. Mein Arbeitsgebiet liegt auf dem des IgEs.

Neu vorgeschlagen wurden die Typ V- und VI Reaktionen. Diese beiden Typen V und VI haben aber mit der klassischen Definition von Gell und Coombs nichts zu tun, sondern wurden später ergänzend erstellt. Es ist festzuhalten, dass die meisten Allergien der Typ Klasse I angehören und die werden auch hier in dem Buch nach besten Wissen und Gewissen beschrieben.

Aber wann gab es denn die ersten wissenschaftlichen Belege für die Allergie und die Ermittlung, wer immunologisch für die Allergie beim Menschen verantwortlich ist?

Das ist noch nicht so lange her. Es passierte zur Zeit der Beatles – 1967. Zu dieser Zeit wurde zeitgleich von Herrn Professor Johansson vom Karolinska Institut in Stockholm ,Schweden und dem Forscherehepaar Ishizaka in den USA das IgE (Immunglobulin E) im Serum/Blut des Menschen entdeckt. Damit bekam die Allergie ihr wissenschaftliches Fundament. Das IgE stellte nicht nur die Basis für die Entwicklung von einer Vielzahl serologischen Tests dar,  sondern die Allergie wurde jetzt auch unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten betrachtet und als Krankheit ernst genommen.

Allergie-Diagnostik

Zur Diagnose von Allergien können verschiedene Methoden herangezogen werden. Neben der In-vivo Allergie Diagnostik (IV) wie Hauttests und Provokationstests spielt die In-vitro Allergie Diagnostik (IVD) eine sehr wichtige Rolle bei der Abklärung der allergischen Erkrankung beim Patienten.

Die spezifische Immuntherapie (SIT)

​Zur Linderung der allergischen Erkrankung bei entsprechenden Patienten steht Allergiker/innen die kausale – und die symptomatische Therapie zur Verfügung. Auch stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung sich präventiv vor den Auslösern der Allergie zu schützen, wie z.B. des Einsatzes von Pollengittern, Pollenfilter in Klimaanlagen, Encasings, Akarizide und Neurodermitis Anzüge, abgestimmt auf das jeweilige allergische Krankheitsbild des Patienten.

​Die spezifische Immuntherapie (SIT) ist eine kausale Therapie im Vergleich zur symptomatischen Therapie, die mit Antihistaminika oder Cortisonpräparaten und ggf. lebenslänglich durchgeführt werden muss. Alles muss vom Arzt/in, Allergologen/in bei dem Patienten vorgenommen werden

Wie bedeutend sind Tierhaare bei einer Allergie

Warum reagieren wir Menschen vermeintlich auf Tierhaare, also da Fell, allergisch? Und was haben Milben damit zu tun? Allgemein sagt man das Tierhaare ein Allergen sind. Aber sind es wirklich die Tierhaare oder an was muss bei einer Tierallergie noch gedacht werden?

Neurodermitis und ihre Verbindung zur Allergie

​An der Neurodermitis leiden überwiegend Kleinkinder und Schulkinder.  Die Neurodermitis geht einher mit Juckreiz und Schorfbildung an den betreffenden Hautstellen. Die Neurodermitis kann verschiedene Ursachen haben. Sie kann durch die Nahrung hervorgerufen werden wie z.B. Kuhmilch, Hühnerei, Nüsse, Gewürze und häufig auch Soja. Auch Hausstaubmilben wie Dermatophagoides pteronyssinus kann eine Neurodermitis beim Menschen hervorrufen. Das geschieht durch den Kontakt der Hausstaubmilben über den Hausstaub mit der Haut des Menschen. 

Allergie und Naturheilkunde?

​Allergien-Therapien aus der Naturheilkunde. Einige Patienten wenden sich auf Grund nicht zufrieden stellender Erfahrungen mit der Schulmedizin alternativen Behandlungsmethoden zu. Das kann von „Bio“-Medikamenten, über Homöopathie bis zu diversen Entspannungsmethoden gehen. All diese drei Punkte würden schon für ein Buch genügen.

Der anaphylaktische Schock

Allergische Reaktionen können sich beim Menschen auf unterschiedliche Art und Weise bemerkbar machen, ausgedrückt durch unterschiedliche Symptome, wie z.B. Heuschnupfen (Rhinitis) oder Asthma bronchiale. Aber all das ist in den meisten Fällen nicht lebensbedrohend. Die heftigste allergische Reaktion, der anaphylaktische Schock ist lebensbedrohend und kann, wenn nicht schnell Hilfe kommt, sogar tödlich für den Patienten verlaufen.

Allergie Prävention

Prävention, besondere Tipps und die Urwaldtheorie.

​Die Prävention spielt im Rahmen der Allergenvermeidung eine sehr wichtige Rolle. Hier geben wir Tipps, wie man die Prävention so gut es geht im täglichen Leben, besonders als Allergiker, umsetzen kann. Es soll dabei nicht auf spezielle allergische Erkrankungen Bezug genommen werden, sondern es sollen  allgemeine Tipps gegeben werden, wobei sie bitte entscheiden mögen, welche Art der Prävention bei ihrer allergischen Erkrankung für sie am geeignetsten zu seien scheint.

Tipp 1 – Allergie Prävention – Die Bettwäsche

Die Bettwäsche sollte, gerade von Hausstauballergiker*innen, aber auch von Pollenallergiker*innen regelmäßig gewechselt und gewaschen werden, damit so viel Allergene wie möglich entfernt werden. Mit so genannten mit Encasings, also Milben- und Allergen- undurchlässigen Zwischenbezügen sollten Sie eine Barriere schaffen. Dabei bitte sollten alles Teile des Bettes bezogen werden, Kopfkissen, Decke und Matratze.

Tipp 2 – Allergie Prävention – Staubwischen

In der Wohnung sollte man auf sogenannte Staubfänger verzichten. Auch wenn es etwas ungemütlich zu sein scheint, sollten die Möbel leicht feucht abwischbar sein und auf Teppiche sollte verzichtet werden (hier geht es darum, allergenes Material leichter entfernen zu können). Ergänzend hierzu sollten Hausstauballergiker*innen auch Milbenspray zum Einsatz bringen.

Tipp 3 – Allergie Prävention – Rauchen

Jegliche unspezifische Reizung der Atemwege, wie z.B. durch Zigarettenrauch sollte dringend vermieden werden. Bitte denken sie auch daran, dass dazu auch das Passivrauchen zählt.  Die Belastung der Atemwege mit Giftstoffen erleichtert Folgeerkrankungen. Atopiker sind gut beraten nicht zu rauchen.

Tipp 4 – Allergie Prävention – Kleidung an einem bestimmten Ort wechseln

​Zur Pollenflugzeit soll man sich nicht im Schlafzimmer aus- bzw. umziehen sondern z.B. im Badezimmer. Somit vermeiden Sie, dass die Pollen, die sich in der Kleidung befinden, in den Schlafbereich hereingetragen werden. Wenn Sie die „belasteten“ Kleidungsstücke ins Schlafzimmer tragen können die Allergene über Nacht von ihnen eingeatmet werden und es kann zu allergischen Beschwerden kommen. Indem Sie die Kleidung draußen lassen, können Sie dies verhindern.

Tipp 5 – Allergie Prävention – Haare waschen

​Sie sollten versuchen sich täglich die Haare zu waschen, um die Pollen daraus zu entfernen. Sie tragen die Pollen somit auch nicht in am Abend in den Schlafbereich.
Dies kann die Belastung deutlich vermindern.

Tipp 6 – Allergie Prävention – Wäsche drinnen trocknen

​Um die Kontamination der bereits gewaschenen Kleidung mit Pollen zu vermeiden, sollte die Wäsche drinnen, z.B. im Trockner getrocknet werden und nicht draußen, damit sich darin keine Pollen sammeln können.

Tipp 7 – Allergie Prävention – Lüften und Pollen

​Abhängig wo Sie wohnen,  sollten Sie zu bestimmten Zeiten die Fenster geschlossen halten. So hat man in der Stadt morgens zwischen 6 und 8 Uhr die niedrigste Pollenkonzentration und auf dem Land von 19 bis 24 Uhr gemessen. Die Messung kann über eine sog. Pollenfalle erfolgen.

Tipp 8 – Allergie Prävention – Pollenschutzgitter

​Vor das Fenster können Sie sogenannte Pollenschutzgitter spannen. Sinnvoll sind diese verständlicher Weise nur in der Pollensaison und nach einer Saison sollten sie ausgetauscht werden. Wenn sie Birkenpollen-Allergiker*innen sind, sollten sie in einem vergleichsweise warmen Winter, bereits im Dezember damit beginnen, denn da fliegen schon die Haselpollen und es gibt zwischen den Birken-und Haselpollen eine Kreuzreaktion (lesen Sie hier alles zur Kreuzreaktion) demnach können Birkenpollenallergiker schon im Dezember auf die Haselpollen reagieren. Halten Sie die Pollen aus Ihren Wohn- und Schlafbereichen. Die gelingt in der Pollenflugzeit am einfachsten mit Pollenschutzgittern in den Fenstern.

Tipp 9 – Allergie Prävention – Haustiere

Es klingt banal – und auch wenn es möglicherweise schwer ist – Sie sollten als Allergiker keine Haustiere halten. Warum das so ist, erfahren Sie hier in unserem Kapitel zur Tierallergie. Allerdings gibt es eine interessante Untersuchung, die zeigte, dass das Halten von zwei Hunden vorteilhaft sein kann. Hier spielen die Endotoxine (s.u.) eine Rolle. Allerdings muss dies noch weiter untersucht werden.

Tipp 10 – Allergie Prävention – Berufsallergien

​Berufliche Pläne sollte man besonders als Atopiker gut überdenken, ggf. sollte man das mit seinem Allergologen/in besprechen. So atmet der Bäcker viel Mehlstaub ein das auch mit Vorratsmilben kontaminiert sein kann oder dem Reismehkäfer (Tribolium confusum), der auch Allergien auslösen kann. Also „Augen auf bei der Berufswahl“ – Dieses Sprichwort gilt in vielen Bereichen, aber für Allergiker in besonderem Maße.

Tipp 11 – Allergie Prävention – Achtung bei einem Unfall

​Latexallergiker könnten beispielsweise darüber nachdenken, einen Art Information bei sich zu tragen, damit im Fall eines Unfalls, bei der Behandlung durch die Sanitäter latexfreie Handschuhen zum Einsatz kommen, damit es zu keinem allergischen Zwischenfall kommt.

Tipp 12 – Allergie Prävention – Allergietagebuch

​Um zu sehen, was gemieden werden kann, sollte ein Allergietagebuch geführt werden. In diesem Buch tragen Sie ihre Beobachtungen in Bezug auf Ihre spezifischen allergischen Reaktionen ein und an welchen Orten, oder in Zusammenhang mit welchen Stoffe Sie diese hatten. Dies hilft gerade am Anfang, in der Einstellungsphase einer Allergie, um Ihrem Arzt zur Eingrenzung des Allergens und der Begleitumstände hilfreiche Informationen geben zu können.

Tipp 13 – Allergie Prävention – Vermeiden Sie doch mal Stress

Studien ergaben, dass Stress bei fast jedem dritten Allergiker die Allergien verschlimmert, deshalb sollte man an den Einsatz von Entspannungsmethoden denken, wie die progressive Muskelentspannung nach Jacobsen oder Yoga.

Tipp 14 – Allergie Prävention – Achtung, Insektengiftallergie!

​Auf eine Prävention sollte in diesem Kontext noch explizit eingegangen werden, da diese Allergie lebensbedrohend sein kann, präventives Verhalten bei einer Insektengiftallergie.

  1. Das größte Risiko besteht da bei Aktivitäten im Sommer.
  2. So sollen Haarsprays, Parfüms etc. vermieden werden, da das die Insekten anzieht.
  3. Bei der Gartenarbeit sollen Handschuhe, lange Hosen und Hemden mit langen Ärmeln getragen werden.
  4. Von den Nahrungsgründen der Insekten muss man sich fern halten, wie Blumenerde, Kleefelder, Obstgärten mit reifer Frucht und Gemüseständen.
  5. Beim Essen draußen sollte man Marmeladen, Honig, süße Früchte und süße Getränke wie z.B. Cola meiden.
  6. Man sollte z.B. einen Autoinjektor mit sich führen, den man bei einem Insektenstich schnell selbst einsetzt, aber auch gleich den Arzt bitte rufen. Es kann Lebensgefahr bestehen (anaphylaktischer Schock).
  7. Sinnvoll wäre auch, wenn man eine Plakette z.B. als Armband bei sich tragen würde, die sie als entsprechenden Insektengiftallergiker kennzeichnet.

Die Urwaldtheorie in der Allergie Prävention

Ein neuerer Ansatz der Prävention stellt die Urwaldtheorie dar. Diese Beobachtung wurde zum ersten mal von einem Schweizer Arzt auf dem Land gemacht. Kurz heißt es: Geringere Hygiene und Leben auf dem Land kann eine optimale Prävention sein, um allergischen Erkrankungen vorzubeugen. Seriöse wissenschaftliche Untersuchungen deuten darauf hin.

​Bei der so bezeichneten Urwaldtheorie spielen die Endotoxine die entscheidende Rolle, sie sind Bestandteil der Membran grammnegativer Bakterien, die vermehrt durch Geflügel und Haustiere im Stall auf dem Bauernhof vorkommen. So stellte man fest, dass die Endotoxinkonzentration in Betten bei Bauernkinder deutlich höher lag als bei nicht Bauernkindern. Je höher die Endotoxinkonzentration war, desto weniger Heuschnupfen und asthmatische Beschwerden konnten bei den Kindern festgestellt werden.

Das Endotoxin scheint aber nur in frühester Kindheit einen Schutzeffekt auf das atopische Asthma und Heuschnupfen zu haben. Dieser Ansatz klingt für uns als sehr interessant und wir können durchaus empfehlen, sich mit der Urwaldtheorie und dem Einfluss von Endotoxinen auf die Allergie zumindest aus wissenschaftlicher Sicht zu befassen. Da gibt es allerdings noch viel zu tun.

Was ist eine Allergie? Dr. Wahl erklärt im Video

In diesem Video erklärt Dr. R. Wahl die Allergie in seiner eigenen ganz charmenten Art. 

Viel Freude damit!