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Milben

von Dr. Rüdiger Wahl

Milben

von Dr. Rüdiger Wahl

Milben werden in der Wissenschaft als Acari bezeichnet und gehören zur Klasse der Spinnentiere. Es sind weit über 50.000 Arten bekannt, allerdings ist davon auszugehen, dass weitaus mehr existieren.

Zu den wohl bekanntesten Milben zählen:

  • Hausstaubmilben (Dermatophagoides pteronyssinsus),
  • die Vorrats- bzw. Mehlmilben (Acarus siro),
  • die Grabmilben,
  • die Federmilben und
  • die Grasmilben.

Der überwiegende Teil der Milben ist Blind. Die kleinste Milbenart ist etwa 0,1 Millimeter klein. Die größte Milbenart (Zecken) werden im Durchschnitt etwa 3,8 Millimeter groß. Allen Milbenarten ist gemeinsam, dass sie eine große Widerstandskraft gegenüber Pestiziden besitzen. Im folgenden widmen wir uns den hier aufgeführten, häufigsten Milbenarten und erklären auf über:

  • Vorkommen
  • Verbreitung
  • Merkmale
  • Maßnahmen gegen Milben.

Direkt zu:

  • Hausstaubmilben
  • Vorratsmilben / Mehlmilben
  • Krätzmilben
  • Grasmilben

Hausstaubmilben (Dermatophagoides pteronyssinsus)

Die Hausstaubmilbe – Dermatophagoides pteronyssinsus ist seit 1952 bekannt und zählt zu den häufigsten und auch bekanntesten Milben. Neben Ihr gehören auch die Dermatophagoides farinae und die Dermatophagoides microceras zu den am meist verbreitetsten Milben der Familie der Hausstaubmilben. Sie gehören, wie alle Milben, zu den Spinnentieren und erreichen eine Größe von 0,1 bis 0,5 Millimetern. Hausstaubmilben kommen ursprünglich aus unserem ökologischen Umfeld und waren zunächst nur in den Behausungen von Vögeln zu finden. Mittlerweile leben vorzugsweise im- und vom Hausstaub im menschlichen Umfeld, sie übertragen keine Krankheiten und sind auf Grund Ihrer Allergene nur für Allergiker unangenehm.​

Gelangen die Allergene der Milben, über die Atemluft in den menschlichen Organismus, so kann es zur allergischen Reaktion bei entsprechend disponierten Personen kommen. Dies ist dann die bekannte Hausstauballergie. Erfahren Sie alles zu Hausstaubmilben in unserem großen Ratgeber Hausstaubmilben und was Sie gegen Milben tun können. ​

Vorratsmilben / Mehlmilbe (Acarus siro)

Vorratsmilben können ebenso wie Hausstaubmilben allergische Reaktionen hervorrufen. Vorrats- oder auch Mehlmilben leben vornehmlich in Mehl-, Getreide und Futtervorräten sie werden durchschnittlich 0,3 bis 0,6 Milimeter groß. Ihr Lebenszyklus beträgt im Durchschnitt etwa zwei Wochen. Mehlmilben ernähren sich von den in den Getreiden vorkommenden Keimen und Schimmelsporen. Unter den Milben, die in Lebensmitteln vorkommen sind die diese Milben die häufigsten Vertreter. Sind Lebensmittel wie Mehl und Getreide mit diesen Milben kontaminiert, so ist dies in erster Line nicht direkt schädlich für den Menschen. Allerdings können Ihre Allergene, die  z. B. bei der Verarbeitung des Getreide mit dem Mehlstaub in die Atemwege gelangen, allergische Reaktionen hervorrufen.

​Es konnte ermittelt werden, dass Vorratsmilbenallergiker auch häufig auf die Hausstaubmilbe Dermatophagoides pteronyssinus sensibilisiert sind, aber Hausstaubmilbenallergiker nicht so häufig auf die Vorratsmilben. Da zwischen den beiden Milben keine Kreuzreaktivität vorliegt handelt es sich um eine Cosensibilsierung. Im Folgenden widmen wir uns der Vorratsmilbe etwas genauer.

Wo kommen Vorratsmilben – Mehlmilben vor?

Die Vorratsmilben sind überwiegend im landwirtschaftlichen Bereich zu finden. Für Personen, die im landwirtschaftlichen Bereich tätig sind, stellen die Vorratsmilben die größte Allergenquelle dar. In ländlichen Gebieten spielen die Vorratsmilben wie z.B. Acarus siro eine wichtige Rolle. Die Vorratsmilben ernähren sich von Schimmelpizen wie z.B. Alternaria tenuis (alternata). Vorratsmilben konnten allerdings auch in städtischen Wohnungen nachgewiesen werden. Die Vorratsmilben spielen auch eine wichtige Rolle bei der Tierallergie, denn Tiere wie z.B. Pferde, können auch wie der Mensch allergische Reaktionen zeigen. So sind die Pferde nicht auf das Stroh allergisch, sondern auf die im Stroh vorkommenden Vorratsmilben. Auch in Tierfutter konnten Vorratsmilben nachgewiesen werden. Insgesamt sind 25,5% der Atopiker gegen Vorratsmilben sensibilisiert.

​Bei Verdacht auf eine Vorratsmilbenallergie sollte immer auch die Sensibilisierung auf Schimmelpilze wie z.B. Alternaria tenuis und Cldosporium herbarum angedacht werden. Auch dann, wenn man die entsprechenden diagnostischen Tests, wie In-vivo und In-vitro, durchführt. Das muss gemacht werden, um eine eventuell vorliegende Allergie auf die Schimmelpilze auszuschließen.

Was tun gegen Mehlmilben – Vorratsmilben?

Kontaminierte Lebensmittel sollten umgehend und luftdicht verschlossen entsorgt werden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Sie sollten alle Gegenstände, Lagerstellen und Geräte die kontaminiert waren mit kochendem Wasser auswaschen. Zur Prävention sollten Sie darauf achten, dass die Orte zur Lagerung relativ kühl und trocken sind und zudem des öfteren gelüftet werden können.

Kreuzreaktion zwischen Vorratsmilben und Hausstaubmilben

Zwischen den Hausstaubmilben und den Vorratsmilben Acarus siro, Lepidoglyphus destructor, Tyropagus putrescentiae und Glycyphagus domesticus liegt keine Kreuzreaktion vor, d.h. sie haben keine gemeinsame Allergene. Wenn Patienten sowohl auf die Hausstaubmilben als auch auf die Vorratsmilben sensibilisiert sind bzw. allergisch reagieren, dann liegt eine unabhängige Sensibilisierung vor. Die spezifische IgE Messung und IgE EAST bei Hausstaubmilben und Vorratsmilben Dr. Wahl konnte dazu eine interessante Beobachtung machen, wobei er den spezifischen IgE Allergenscheiben ELISA (Enzym Linked Immuno Assay) einsetzte.

Dr. Wahl maß Seren von Dermatophagoides pteronyssinus sensibilisierten Patienten mit den Allergenscheiben der Hausstaubmilbe Dermatophagoides pteronyssinus und der Vorratsmilbe Acarus siro mit dem spezifischen IgE EAST. Im Haut-Prick-Test zeigten die Patienten, von denen das Serum gewonnen wurde, ein positives Ergebnis auf Dermatophagoides pteronyssinus bzw. Acarus siro auf. Die Vorratsmilben Glycyphagus domesticus und Tyrophagus putrescentiae scheinen aus allergologischer Sicht in einem engeren Zusammenhang zu stehen, als zu der Vorratsmilbe Acarus siro, was Untersuchungen zeigten. Er setzte Acarus siro Allergenscheiben für seine Untersuchungen ein.

Die ermittelten Allergenklassen, die bei der spezifischen IgE Messung der Seren mit  den Dermatophagides pteronyssinus- und Acarus siro Allergenscheiben im EAST gemessen wurden, wurden mit einander verglichen. Es wurde der Vergleich beurteilt Klasse 0 (negativ) und Klasse größer gleich 1 (positiv), d.h. wie lag  bei der spezifischen IgE Messung Dermatophagoides pteronyssinus zu Acarus siro die Übereinstimmung in den positiven und negativen Allergenklassen. Seren von 34 Dermatophagoides pteronyssinus und 13 Acarus siro sensibilisierten Patienten wurden gemessen.

Bei den Hausstaubmilben sensibilisierten Patienten wurden 47,5% auch positiv mit der Vorratsmilbenallergenscheibe Acarus siro erfasst. Da es zwischen den Hausstaub- und Vorratsmilben keine Kreuzreaktivität gibt, liegt hier eine Cosensibilisierung zwischen Dermatophagoides pteronyssinus und Acarus siro vor. Bei den Acarus siro sensibilisierten Patienten waren 92,3% auch auf die Hausstaubmilbe Dermatophagoides pteronyssinus sensibilisiert. Allergiker mit Sensibilisierung auf Vorratsmilben sollten auch auf Hausstaubmilben testen. Auf Grund der mangelnden Kreuzreaktivität gilt, dass eine Cosensibilisierung zwischen Acarus siro und Dermatophagoides pteronyssinus vorliegt.

Deshalb müssen Vorratsmilben sensibilisierte Patienten unbedingt auch auf die Hausstaubmilbe Dermatophagoides pteronyssinus hin mit getestet werden, d.h. sowohl im Haut Prick Test als auch im spezifischen IgE EAST. Bei Vorratsmilben sensibilisierten/allergischen Patienten scheint eine Cosensibilisierung zur Haustaubmilbe sehr wahrscheinlich zu sein, umgekehrt wohl nicht so sehr. Aber beiden Milben (Hausstaub- und Vorratsmilben) ist gemeinsam, dass sie durch Acarizide abgetötet werden. Auch wenn die meisten Vorratsmilben in den ländlichen Gebieten vorkommen, konnte Acarus siro auch oft in Stadtwohnungen detektiert werden. Die in die Untersuchungen eingegangenen Seren stammten alle aus Haushalten in der Stadt Essen (Nordrhein Westfalen), also nicht aus ländlichen Gebieten.

In Neubauten kommen sie nicht so häufig vor wie in älteren Bauten, da in Neubauten häufig noch die Nahrungsquelle, Hautschuppen, fehlt. Sie sammeln sich erst mit der Zeit an, wenn der Mensch eingezogen sind und etwas länger darin wohnen und sich so auch Hautschuppen als Nahrungsquelle für die Milben angesammelt haben.

Krätzmilben (Sarcoptes scabiei) – Grabmilben

Krätzmilben sind ein weiterer bekannter Vertreter der Milben und werden auch als Scabies bezeichnet. Sie leben parasitär auf Ihren Wirten, vorzugsweise auf Säugetieren wie Mensch und Tier. Ist der Mensch von Krätzmilben befallen, wird von Krätze gesprochen, wird ein Tieren befallen wird es als Räude bezeichnet.

Größe und Lebenszyklus von Krätzmilben

Krätzmilben werden etwa 0,2 – 0,5 Millimeter groß, Ihr Lebenszyklus beträgt etwa 2-3 Wochen. Krätzmilben befallen ihren Wirt und graben sich in die Hornschicht der Haut ein und legen dort Ihre Eier ab. Durch diese Tunnel in der Haut wird die Erkrankung ausgelöst. Krätzmilben ernähren sich in erster Line von Hautzellen Flüssigkeiten, die über das Lymphsystem abgeben wird.

Krankheit und Symptome durch Krätzmilben

Die durch Krätzmilben verursachte Hautkrankheit bei Menschen wird als Krätze bezeichnet. Krätze ist gekennzeichnet durch rötlichen Ausschlag, Pustelbildung, starkem Juckreiz und Krustenbildung auf den entzündeten Hautarealen. Eine Übertragung von Krätzmilben erfolgt über direkten Hautkontakt zwischen den Menschen.

Arten der Krätzmilben

Die bekanntesten Varianten der Krätzmilben bei Tieren sind die Sarcoptes var. canis – die Grabmilbe des Hundes, Sarcoptes scabiei var. cati – die Gabmilbe der Katze und Sarcoptes var. equi – die Grabmilbe des Pferdes. Diese Milben können von den Tieren auch auf den Menschen übergehen, in diesem Fall wird von Pseudokräze gesprochen. Krätzmilben sind weltweit verbreitet, am häufigsten findet man Sie in urbanen Gebieten, überall dort wo Menschen dicht bei einander leben.

Was tun bei Krätze?

Grundsätzlich gilt, dass Krätze eine meldepflichtige Erkrankung ist und vom Arzt behandelt werden muss. Die Gefahr, dass es durch das Eindringen der Milben in die Haut und das Ablegen der Eier zu einer bakteriellen Infektion kommt ist groß. Krätze kann erfolgreich mit Tabletten und Cremes behandelt werden, es ist allerdings sehr wichtig, dass alle Milben im Zuge der Behandlung entfernt werden, da ein erneutes Vermehren sonst sehr wahrscheinlich ist.  

Grasmilben (Neotrombicula autumnalis)

Grasmilben gehören ebenfalls zu den bekannteren Milben und sind wie Ihre Artgenossen ebenfalls zu den Spinnentieren zu zählen. Sie sind parasitär, d.h. sie ernähren sich vom jeweiligen Wirt den sie befallen. Grasmilben leben in Wiesen und Wäldern und sind auf der ganzen Welt verbreitet. Probleme mit Grasmilben sind sehr saisonal geprägt, denn anzutreffen ist diese Milbenart in den lauen, warmen Sommermonaten bis in den frühen Herbst, daher werden sie auch Herbstmilben, Erntemilben oder Herbstgrasmilben genannt. Das Problem mit Grasmilben ist der extreme Juckreiz, den Ihre Bisse auf der Haut hinterlassen. Vornehmlich sind Mäuse, Hunde und Katzen und diverse andere Säugetiere ihre bevorzugte „Beute“.

Aber Grasmilben befallen auch Menschen. Einmal auf der Haut beissen Sie zu, denn sie ernähren sich vom Gewebe und Gewebsflüssigkeiten, genau ist es die Lymphflüssigkeit und der Zellsaft, den sie mit Ihren Bissen aufnehmen. Die Symptome die bei Menschen durch die Grasmilbe hervorgerufen wird, wird häufig auch als Erntekrätze, Herbstbeiß oder Trombidiose bezeichnet.

Größe und Lebenszyklus von Grasmilben

Grasmilben werden etwa 0,3 – 0,5 Millimeter groß, Ihr Lebenszyklus beträgt etwa 2-3 Wochen. Krätzmilben befallen ihren Wirt und graben sich in die Hornschicht der Haut ein und legen dort Ihre Eier ab. Durch diese Tunnel in der Haut wird die Erkrankung ausgelöst. Krätzmilben ernähren sich in erster Line von Hautzellen Flüssigkeiten, die über das Lymphsystem abgeben wird.

Grasmilben im Bett

Es kommt nicht selten vor, dass ein Spaziergang durch Wald und Wiesen, unliebsame Besucher mit in die heimischen vier Wände bringt. Sie erkennen Grasmilben häufig erst zu spät, sann können Grasmilben, die sich auf der Haut befinden, sogar mit in das Schlafzimmer und in das Bett getragen werden. Grasmilben verweilen zwar nicht auf dem Menschen und fallen nach einiger Zeit wieder ab, aber dass sie da gewesen sind werden Sie spüren, denn die Bisse der Grasmilben verursachen einen sehr starken Juckreiz und gerötete bis hin zu angeschwollener Haut.

Grasmilben beissen Menschen und Tiere

Wenn Sie von Grasmilben gebissen werden, spüren sie erstmal nichts. Der einsetzende Juckreiz entwickelt sich erst, nach dem die Grasmilben wieder verschwunden sind. Der Grund dafür ist das Sekret, dass die Spinnentiere bei Ihrem Biss absondern, was verhindert, dass Sie den Biss verspüren. Erst bis zu 8 Stunden später setzt der quälende Juckreiz ein, der Schmerz des Bisses kann noch bis zu 10 Tage spürbar sein.

Behandlung der Gasmilben Bissstellen 

Bitte vermeiden Sie sich zu kratzen! Damit verhindern Sie, dass sich die Stellen entzünden. Säubern Sie die Bissstellen (Sie können auch desinfizieren) und besorgen Sie sich aus der Apotheke eine entsprechende Salbe. Diese lindert den Juckreiz, hemmt die Entzündung und trägt zur schnellen Abheilung bei.

Hund und Pferd gegen Grasmilben schützen

Hunde, Pferde und Katzen sind besonders von den Grasmilben betroffen, da sie nah am Boden durch das Gras laufen oder im Gras liegen. Hunde, Pferde und Katzen leiden dabei ebenso wie Menschen unter den Bissen dieser Parasiten. Schützen Sie Ihre Vierbeiner mit einem repellierenden Spray gegen Grasmilben gegen.

Gibt es sichtbare Milben in der Wohnung?​

​Ob eine Milbe mit dem bloßen Augen zu erkennen ist, hängt logischerweise von ihrer Größe ab. Die kleinste Milbenart ist etwa 0,1 Millimeter, die größte (Zecken) etwa 3,8 Millimeter groß. Milben gehören zur Gattung der Spinnentiere, es können über 50.000 verschiedenen Milbenarten beschrieben werden. Zu den bekanntesten Milben zählen die Hausstaubmilben (Dermatophagoides pteronyssinsus), die Vorrats- bzw. Mehlmilbe (Acarus siro), die Grabmilben, die Federmilben und die Grasmilben. Aber auch Milben die nicht unmittelbar in unseren Wohnungen und Häusern, sondern vornehmlich in der Natur vorkommen sind hier von Interesse. Hausstaubmilben sind so klein, dass Sie diese nicht ohne ein spezielles Mikroskop erkennen können. Andere Milbenarten können Sie durchaus erkennen, wenn sich diese in Ihre Wohnung verirren.

​Wir sagen bewusst verirren, denn im Gegensatz zu Hausstaubmilben oder Zecken sind die wenigsten Milben an Menschen und Haustieren interessiert. Zu nennen wäre u.a. die Mauermilbe, erkennbar an ihrer blutroten Farbe und dicht behaarten Körpern, diese Milben sind gerade noch mit dem bloßen Augen sichtbar.
Hauptsächlich kommen Sie in den Sommermonaten vor. Nachdem sie sich in diesen Monaten geradezu explosionsartig vermehrt haben, können diese Tiere auch in großer Zahl durch z.B. Fenster in die Innenräume gelangen.

​Als weiteres Beispiel für Milben, die Sie erkennen können wäre die Rote Samtmilbe (Trombidium holosericeum) zu nennen.
Die erwachsene Milbe ist leuchtend rot, hat 8 Beine und kann bis zu 3 mm groß werden. Die Rote Samtmilbe tritt den ganzen Sommer über im Garten auf.
Die Rote Samtmilbe ernährt sich hauptsächlich von anderen Insekteneiern (z. B. Blattläuse). Diese Milben sind jedoch nicht schädlich für uns  Menschen oder Haustiere.

Ihr Lebensraum sind sonnige und warme Trockenmauern, Steinplatten und Wiesenflächen. Im Sommer sind sie auch auf Terrassen und Gartenmöbeln zu finden, sie können daher sich daher auch ins Haus verirren, sodass Sie diese Tierchen dort entdecken.

Alle Informationen zur Hausstaubmilbenallergie und weiteren Allergien finden Sie auch in unserem Ratgeber.

Forschung zu Allergien

Neben der saisonalen Allergie (Pollen, Bäume, Gräser und Kräuter) spielt die perenniale (ganzjährige) Allergie die größte Rolle im allergischen Geschehen des Menschen. Zur perennialen Allergie zählen zum größten Teil die Hausstaubmilben wie z.B. Dermatophagoides pteronyssinus und Dermatophagoides farinae. Untersuchungen ergaben, dass in Hamburg die Sensibilisierung auf die Hausstaubmilbe bei 14% und in Erfurt bei 10% der Bevölkerung liegt. Gemeinsame Daten aus Hamburg, Beelitz, Essen, Bochum und Marburg ergaben das von 3200 Personen bei 26% eine Sensibilisierung auf die Hausstaubmilbe.

Amerikanische Untersuchungen ergaben, dass 45% der jungen Menschen mit Asthma bronchiale allergisch auf die Hausstaubmilben reagierten. Untersuchungen von mir zeigten, dass Vorratsmilbenallergiker sehr häufig auch auf die Hausstaubmilbe (92%), aber Hausstaubmilbenallergiker eher zu ca.45% auch auf die Vorratsmilbe wie Acarus siro sensibilisiert waren. Das sollte bei der Diagnose und Therapie vom Arzt/in bei entsprechend disponierten Patienten mitberücksichtigt werden.

Die Familie der Hausstaubmilben und ihre Ernährung

Die Hausstaubmilben gehören zu den Spinnentieren und sind ca.0,3 mm groß, sie können nicht sehen aber gut riechen. Sie haben acht Beine und leben 3-4 Monate. Mit bloßem Auge kann man sie nicht sehen. Während der gesamten Lebensdauer legt ein Weibchen ca. 300 Eier. Man kann sie überwiegend im Hausstaub des Haushalts finden. Besonders im Schlafbereich verursachen sie große allergische Beschwerden, denn sie ernähren sich von Hautschuppen und die liegen reichlich im Bett vor. Im Schlafbereich gibt es noch weitere optimale Bedingungen für die Milben, wie eine hohe Luftfeuchtigkeit und optimale Raumtemperatur.

Der Mensch verliert pro Tag 1,5g Hautschuppen, also ist reichlich Nahrung für die Hausstaubmilben vorhanden. In Matratzen befinden sich ca. 100 Hausstaubmilben pro Gramm Staub und auf dem Fußboden 10.

Allergische Reaktionen

Die Milben können beim Menschen Heuschnupfen (Rhinitis/Rhinokonjunctivitis), bronchiales Asthma aber auch Neurodermitis (atopische Dermatitis) hervorrufen. Für Kleinkinder und Kinder mit schwerer Neurodermitis können zur Beruhigung der Haut und zum Schutz einen Neurodermitis Anzug tragen.

Milbenschutz

Im Wohnbereich kann man sich durch Einsatz von Milbenspray vor den Milben schützen. Im Schlafbereich kann man Milben-Bettwäsche einsetzen, das sind Schutzbezüge für Allergiker*innen, die aus einem speziellen Material hergestellt sind. Diese zieht man über die Matratze und Bettzeug.

Immuntherapie

Bei einem positiven Befund auf die Hausstaubmilbenallergie muss auch an eine spezifische Immuntherapie (SIT) mit einem Hausstaubmilbenpräparat gedacht werden. Das kann ein Depot-Allergen- oder Allergoid (modifiziertes Allergen)-Präparat sein. Das kann unter die Haut gespritzt werden, oder es kann auch in Form von Tabletten oder Sprays eingesetzt werden. Der Allergologe/in wird das richtige für sie auswählen. Auch kann man an den Einsatz von Antihistaminika und cortisonhaltige Produkte denken.

Wo kommen Milben vor?

Die Milben sind nahezu überall vertreten. So sind die Daunenfedern des Bettes kein Allergen sondern es sind die Hausstaubmilben, die sich darin befinden. Auch reines Stroh ist kein Allergen, es sind die Hausstaub- und Vorratsmilben und wohl auch Schimmelpilze die darin vorkommen können. Auch ist es ein Trugschluss zu glauben, dass wenn man meint die Daunenfedern durch Kunststoffteile zu ersetzen man so milbenfrei ist. In einer Kunststoffbettfüllung sind die Milben genauso vertreten wie in einer Daunenfeder-Bettbefüllung, da ja auch dort die Hautschuppen vorliegen.

Urlaub/Kur

Milbenfrei ist man im Hochgebirge bei über 1500 m. Deshalb sollen Milbenallergiker den Urlaub im Hochgebirge mit einplanen, um auch dem ganzjährig geforderten Immunsystem Ruhe zu geben und es sich erholen kann.

Wichtige Hausstaubmilben

Zu den bekanntesten Hausstaubmilben gehören Dermatophagoides pteronyssinus, Dermatophagoides farinae, Dermatophagoides microceras und Euroglyphus maynei. Zwischen diesen Milben besteht eine Kreuzreaktion, d.h. sie haben wenigstens ein gemeinsames Allergen. Die wichtigsten gemeinsamen Hauptallergene sind die der Gruppe I und II, wie z.B. Der p1 und Der p2 von Dermatophagoides pteronyssinus. Bei Dermatophagoides farinae sind es Der f1 und Der f2.

Raubmilbe („Killermilbe“)

Auch gibt es die Raubmilbe Chyletus eruditus. Zu ca. 10% sind sie im Hausstaub mit vertreten. Sie ernährt sich von den anderen Milben, aber sie ist leider selbst ein Allergen und kann so zur Hausstaubmilbenbekämpfung als „Killermilbe“ nicht eingesetzt werden, wie ich zeigen konnte. In Südamerika und auf den Canarischen Inseln ist die Milbe Blomia tropicalis ein sehr wichtiges Allergen, wichtiger als unsere bekannten Hausstaubmilben.

Vorratsmilben

Eine weitere wichtige Milbengruppe stellen die Vorratsmilben dar, wie z.B. Acarus siro, Lepidoglyphus destructor, Tyrophagus putrescentiae etc. Sie kommen z.B. auch im Tierfutter vor.

Tierallergie

Bei der Tierallergie, Tiere können wie der Mensch allergische Reaktionen zeigen, spielen sie als Allergenquelle im Stroh eine wichtige Rolle, wenn z.B. Pferde allergisch auf das Stroh reagieren, reagieren sie auf dem im Stroh mit vorkommenden Hausstaub- und Vorratsmilben allergisch. Wenn Sie Hunde oder Pferde haben, die allergisch auf Milben reagieren, haben wir die richtigen Produkte für Sie: Da aber im Stroh u.a. auch Schimmelpilze mit vorkommen, sollte bei einer entsprechenden allergischen Reaktion auf Stroh nicht nur auf die Milben sondern auch mit auf die Schimmelpilze getestet werden.

Acarus siro und mehr

In städtischen Wohnungen konnte überwiegend die Vorratsmilbe Acarus siro als Allergen ermittelt werden, in ländlichen Gebieten auf dem Bauernhof Lepidoglyphus destructor und Glycyphagus domesticus.

Hausstaub

Anzumerken ist noch, obwohl im Hausstaub die Hausstaubmilben die größte und wichtigste Allergenquelle darstellt, ist bei der Hausstauballergie mit an Allergene von Zimmerpflanzen, je nach Saison Pollen und Schimmelpilze und wie ich zeigen konnte auch Nahrungsmitttelreste zu denken.

Das ultimative Milbenbuch

Das Gebiet der Milbe ist so allumfassend, dass es ein extra Buch verdient. Das sagten wir uns auch und schrieben dazu kürzlich „Das ultimative Milbenbuch Milbe/Allergie-alles drin! Kompliziert war gestern“, geballte leicht verständliche Information auf 103 Seiten zu nur 9,99 Euro, Lassen Sie sich informieren und überraschen. Frei nach dem song der Rolling Stones Let´s spend the mite (Milbe) together.

Wie viel Milbenarten gibt es?

Es gibt ca. 30 000 verschiedene Milbenarten, aber nur 10-15 davon kommen bei uns in Haushalten (Hausstaub) vor, aber das reicht, um allergische Reaktionen bei entsprechend disponierten Personen hervorzurufen, was massiv die quality of life beeinflusst.