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Hausstauballergie

von Dr. Rüdiger Wahl

Hausstauballergie

von Dr. Rüdiger Wahl

Die Symptome einer Hausstaubmilben Allergie erkennen und was Sie dagegen tun können

​Die Symptome einer Hausstaubmilben Allergie gleichen stark denen eines Heuschnupfens oder einer Gräser- bzw. Pollenallergie. Die Schleimhäute schwellen an, es kommt zu dauerhaftem (allergischem) Schnupfen, laufender Nase und Niesanfällen. Oft jucken die Augen und wir fühlen uns müde und abgeschlagen. Besonders schlimm zeigen sich diese Symptome in den eigenen vier Wänden und zumeist am Morgen nach dem Aufwachen. Die allergische Reaktion deren Auswirkungen wir zu spüren bekommen, werden von Hausstaubmilben und deren Ausscheidungen verursacht. Die aggressiven Allergene (winzige Partikel) werden mit der Atemluft aufgenommen und verursachen die Symptome einer Hausstaubmilben Allergie. Die Verursacher der Allergie tummeln sich oft millionenfach dort, wo auch wir uns gerne aufhalten und wohlfühlen, in unseren Betten, auf der Couch oder anderen textilen Einrichtungsgegenständen.  

Die Symptome Hausstaubmilbenallergie erkennen

Die typischen Symptome der Hausstaubmilbenallergei sind:

  • allergischer Schnupfen
  • allergisches Asthma
  • Niesreiz
  • Anschwellen der Schleimhäute
  • juckende und tränende Augen
  • Atemprobleme
  • dauerhaft verstopfter oder laufender Nase
  • Abgeschlagenheit
  • Müdigkeit
  • Hautausschlag 

Was kann ich tun?

Um die Beschwerden der Allergie schnell loszuwerden, müssen Sie sofort die Menge der Hausstaubmilben reduzieren. Benutzen Sie ein Milbenspray und verwenden sie für Ihre Betten Milben-Bettwäsche – Encasings.

Warum ist das wichtig?​

Das was die Allergie auslöst sind Allergene. Die meisten Allergene sind Proteine, in diesem Fall sind es die der Hausstaubmilben und deren Kot. Die Reaktion des Immunsystems mit Antikörpern auf das Allergen ist maßgeblich von der Belastung mit Allergenen abhängig. Vermeiden Sie den Kontakt mit Allergenen, verschwinden auch die allergischen Symptome.

Die Gleichung ist recht simpel: Wenig Milben = Wenig allergische Symptome = Linderung der Hausstaubmilben Allergie.

Hausstaubmilbenallergie

  • Was bedeutet Hausstaubmilbenallergie?
  • Etagenwechsel verhindern
  • Wann ist die Hausstauballergie am schlimmsten?
  • Allergisch oder sensibilisiert?
  • Das sind die Allergene der Hausstauballergie
  • Video: Hausstaubmilbeallergie
  • Video: Warum reagieren wir allergisch?

Was ist eine Hausstaubmilbenallergie?

Die Hausstauballergie, korrekter ausgedrückt die Hausstaubmilbenallergie, ist eine Überreaktion des Immunsystems auf einen vergleichsweise harmlosen Stoff, ähnlich der Reaktion bei einem Heuschnupfen. Verursacht wird die allergische Reaktion nicht durch den reinen Hausstaub, sondern durch die Allergene der Hausstaubmilbe, die sich im Milbenkot und abgestorbenen Milbenkörpern befinden. Bei der Hausstaubmilbenallergie spricht man von einer Parasitose, da die Erkrankung nicht durch Viren oder Bakterien ausgelöst wird, sondern durch parasitäre Lebewesen, in diesem Fall durch die Hausstaubmilbe.

​Die winzigen Partikel die die Allergie auslösen haften dem Hausstaub an, werden aufgewirbelt und gelangen über die Atemluft in den menschlichen Organismus. Menschen die an einer Hausstaubmilbenallergie leiden reagieren dann mit den typischen Symptomen, dazu zählt insbesondere Niesen, eine laufende Nase, sowie gerötete und geschwollene Augen. Bei allergischen Reaktionen der oberen Atemwege spricht man auch von allergischem Schnupfen, Heuschnupfen, oder allgemein einer allergischen Rhinitis.

​So gut wie keine Wohnung ist frei von Hausstaubmilben. Milben gehören zu unserem natürlichen Ökosystem und finden sich vor allem in unseren Betten, in Teppichböden, Polstermöbeln oder anderen textilen Einrichtungsgegenständen. Menschen mit einer Hausstauballergie haben daher das ganze Jahr und speziell in den eigenen vier Wänden Beschwerden.

Etagenwechsel verhindern

Je früher die Allergie behandelt wird, desto eher kann ein sog. Etagenwechsel der Allergie vermieden werden. Unter Etagenwechsel wird eine Verschiebung der Ausprägung verstanden. D. h. dass z.B. aus einer Rhinitis (Atemwegserkrankung) ein dauerhaftes Asthma wird. Es sollte immer eine genaue Abklärung beim Allergologen erfolgen, ob eine Hausstaubmilbenallergie oder eine Erkältung vorliegt, um einen Etagenwechsel bei einer nicht erkannten Allergie zu verhindern.

​Bei den resultierenden Krankheitsbildern aus der Hausstauballergie kann wie folgt unterschieden werden:

  • 45% entfallen auf die Rhinitis (einer Nasenentzündung, die auch chronisch werden kann), was mit den Symptomen  des Heuschnupfens gleichzusetzen ist, d.h.
    • laufende oder verstopfte Nase
    • und tränende Augen
  •  34% auf Asthma, d.h. einhergehend mit schwerer Atmung und sogar Luftnot.
    • Untersuchungen zeigten, dass beim Hausstaubmilbenasthma das Allergen Der p 23 von Dermatophagoides pteronyssinus (Hausstaubmilbe) eine ausschlaggebende Rolle spielt.
  • 7% leiden unter der atopischen Dermatitis (Hauterkrankung Neurodermitis )
    • Somit muss auch bei der atopischen Dermatitis (Neurodermitis) mit an die Hausstaubmilbenallergie gedacht werden.

Wann ist die Hausstaubmilbenallergie am schlimmsten?

Die Allergene und natürlich auch die Hausstauballergie haben für sich genommen unterschiedlich starke Zeiten im Jahr, so unterteilt man in saisonal (abschnittsweise) und perennial (ganzjährig). Zu den perennialen Allergenen zählen die der Milben, denn die Hausstaubmilben sind das ganze Jahr allgegenwärtig. In den Monaten September und Oktober ist die Milbenzahl am höchsten, da zu dieser Jahreszeit noch ausreichend Temperatur und Luftfeuchtigkeit vorliegt, was für sie optimal ist.

​Was für die Milben besonders gut ist, ist für Allergiker in gleichem Maße höchst belastend, da die Konzentration von Exkremente und zersetzenden MilbenKörpern ein Maximum an Allergene freigesetzt, die dann über den Hausstaub inhaliert werden. Dies ist gerade während der Heizperiode und der damit verbundenen trockenen Raumluft ein Problem. Hausstauballergie, Achtung in der Heizperiode!

​Im Winter sterben die Milben meistens ab. Das hat mit den normalen Lebenszyklus zu tun und durch die Abnahme der Luftfeuchtigkeit im Wohnraum, da dieser im Winter sehr oft geheizt wird und die Luftfeuchtigkeit deutlich abnimmt. Aber wenn die Milben absterben bleiben die entsprechenden Allergene, die ja eigentlich für die allergischen Reaktionen verantwortlich sind zurück.

​Mit Beginn der Heizperiode im Herbst, sinkt die Luftfeuchtigkeit in den Wohnräumen dermaßen, dass ein Großteil der Milben stirbt. Die Exkremente der Milben sind das eigentliche Problem für Allergiker. Eine einzige Milbe produziert in laufe ihres zwei bis vier monatigen Lebens, das zweihundertfache ihres eigenen Körpergewichts an Exkrementen. Diese bleiben mit Staub vermischt an den Textilfasern haften. Mit der Zeit zerfällt dies in immer kleiner Teilchen, diese winzigen Teilchen können nun leicht aufgewirbelt werden und gelangen in die Atemwege.

Allergisch oder sensibilisiert?

Da Milben ein sehr hohes allergenes Potential darstellen, sind etwa 35% der deutschen erwachsenen Bevölkerung auf die Hausstaubmilbe „sensibilisiert“. Mit anderen Worten, bei einer Sensibilisierung setzt sich Ihr Immunsystem mit den Allergie auslösenden Allergenen auseinander und entwickelt eine Abwehr. In der Regel treten dabei auch keine Symptome einer Allergie auf. Diesen Prozess verstehen wir als Sensibilisierung. Wird bei einem Allergietest eine Sensibilisierung nachgewiesen, ist das nicht mit einer Allergie gleich zu setzen. Von einer Allergie wird erst dann gesprochen, wenn allergische Symptome auftreten, die zu einer nachgewiesenen Sensibilisierung passen. 

​Nicht jede positive Reaktion im Allergietest ist der Beweis für eine Allergie. Ob es sich auch um eine Allergie handelt, kann bei einem Allergologen, beispielsweise mit Hilfe eines Provokationstest ermittelt werden.

Was bedeutet Atopiker?

Atopie ist die Überempfindlichkeit auf zumeist harmlose Stoffe die uns umgeben, zumeist wird die Allergie vererbt. Wenn beide Elternteile Allergiker sind liegt die Chance, dass das Kind auch Allergiker wird bei 90%, wenn nur ein Elternteil Allergiker ist bei 75%. Allergien können sich auch entwickeln, wenn kein Elternteil Allergiker ist. Man spricht dann von einer aufgesetzten Allergie. Das gilt besonders für Berufsallergien. Bei der Berufsallergie spielt neben der Hausstaubmilbe auch die Vorratsmilbe eine Rolle, z.b. bei den Bäckern, da Vorratsmilben im Mehl vorkommen und so beim Arbeiten mit Mehl von dem Bäcker inhaliert werden. Die Sensibilisierung auf die Vorratsmilben ist weniger als die Hälfte der Atopiker, die gegen die Hausstaubmilbe sensibilisiert sind.

Hausstaubmilbenallergie: Das sind die entscheidenden Allergene

​Der Hausstaub enthält nicht nur die Milben als Allergene, sondern wie Wahl et al. zeigen konnten, je nach Jahreszeit verschiedene Pollen wie Gräser- und Baumpollen, die Allergien auslösen können und auch Nahrungsmittelpartikel und auch, wenn Tiere im Haushalt gehalten werden, die entsprechenden Tierallergene wie z.B. von der Katze und dem Hund. Auch können z.B. von der Tochter, wenn sie beispielsweise vom Reiten kommt, entsprechende Pferdeallergene mit eingeschleppt werden. Wobei die Allergene des Pferdes als sehr agressiv einzustufen sind.

All diese Komponenten müssen bei einer Hausstauballergie mitberücksichtigt werden, wobei die Hauptallergenquelle die Milben und hier besonders die Hausstaubmilbe Dermatophagoides pteronyssinus darstellt. Die wichtigsten Allergene der Hausstaubmilbe sind:

  • Der p1 
  • Der p2 
  • Der p23 
  • Der p10

Das Der p10, das sogenannte Tropomyosin, ein Muskelprotein spielt eine wichtige Rolle bei der Kreuzreaktion. Der p1 und Der p2 bezeichnet man als Hauptallregen, d.h. mehr als 50% der Hausstaubmilbenallergiker sind darauf sensibilisiert. Dann gibt es noch die Intermediärallergene, d.h. 25-50% der entsprechenden Allergiker sind darauf sensibilisiert und das Minorallergen, d.h weniger als 25% der Hausstaubmilbenallergiker sind darauf sensibilisiert. Der p23 spielt eine wichtige Rolle bei der asthmatischen Ausprägung der Hausstaubmilbenallergie.

​Um die Klassifizierung festzulegen, wird eine proteinchemische Untersuchung mit den Seren durchgeführt, bekannt als Westernblot.

Definition: Hausstauballergie

Die Hausstauballergie ist eine perenniale, also eine ganzjährige Allergie. Hierin liegt u.a. ein wichtiger Unterschied z.B. zum Heuschnupfen, der zumeist nur saisonal in der Pollenflugzeit auftritt. Die Hausstauballergie zeichnet sich dadurch aus, dass sie durch Hausstaubmilben (Dermatophagoides pteronyssinsus) und speziell vom Milbenkot und den darin enthaltenden Allergenen verursacht wird.

​Häufig wird zwar die Bezeichnung Hausstauballergie verwendet, allerdings wird die Allergie nicht durch den Hausstaub, sondern durch die drin enthaltenen Allergene der Hausstaubmilben und deren Ausscheidungen verursacht. Daher ist die Bezeichnung “Hausstauballergie” auch nur halb richtig, vielmehr handelt es sich um eine Hausstaubmilbenallergie.

​Ursache der Hausstauballergie

Wenn von einer Hausstauballergie gesprochen wird, handelt es sich grundsätzlich um eine Überreaktion des Immunsystems und die damit verbundene allergische Reaktion auf die Allergene der Hausstaubmilbe. Die aggressiven Allergene, die die Allergie auslösen, befinden sich sowohl in abgestorbenen Milbenkörpern und im Milbenkot. Diese mikroskopisch kleinen Partikel werden zusammen mit dem Staub aufgewirbelt und gelangen über die Atemluft in den menschlichen Köper. Vermehrt und häufiger findet dies in den Heizperioden statt, wenn die Innenräume schlechter gelüftet werden und die Raumluft warm und trocken ist. 

Sensibilisierung

Das Immunsystem reagiert auf die Allergene der Milben, indem es zunächst Antikörper bildet. Die Antikörper binden sich an bestimmte Zellen und eine Sensibilisierung setzt ein. Zu diesem Zeitpunkt besteht noch keine Allergie, der Köper ist in einer “Vorstufe”, er ist sensibilisiert auf die Allergene und speichert diese als Bedrohung, auf die das Immunsystem bei weiterem Kontakt reagieren soll. 

Symptomatik

Kommt es erneut, oder zu intensiverem Kontakt mit dem Allergen, setzen die sensibilisierten Zellen chemische Stoffe frei (Histamin). Diese chemischen Stoffe lösen dann die allergische Reaktionen des Immunsystems aus. Die typischen Symptome einer Allergie, wie Niesen, laufende Nase, geschwollenen Schleimhäuten, juckender Augen, Müdigkeit und körperlicher Abgeschlagenheit machen sich bemerkbar. Bei allergischen Reaktionen der Atemwege, wird dies als allergischer Schnupfen oder allergische Rhinitis bezeichnet.