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Hausstauballergie

von Avantal

Hausstauballergie

von Avantal

Die Hausstaubmilbenallergie ist eine der häufigsten Allergieformen in Deutschland. Sie wird durch den Kontakt mit Hausstaubmilben ausgelöst, die in Matratzen, Kissen, Teppichen und anderen textilen Gegenständen leben. Der Begriff Hausstauballergie wird häufig verwendet ist aber fachlich nicht ganz korrekt. In diesem Artikel befassen wir uns mit dem Thema Hausstaubmilbenallergie informieren unter anderem über Symptomen, Ursachen, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten.

Ein Mann umgeben von sehr viel Hausstaub muss niesen wegen Hausstaubmilbenallergie
Es sind die Allergenen der Milben auf die Allergiker in besonderem Maße reagieren. Die Hausstauballergie eine ganzjährige Allergie, da die Milben allgegenwärtig sind. 

Hierin liegt u.a. einer der wichtigsten Unterschiede zum Heuschnupfen, der zumeist nur saisonal in der Pollenflugzeit auftritt. Bei der Hausstaubmilbenallergie spricht man von einer Parasitose, da die Erkrankung nicht durch Viren oder Bakterien ausgelöst wird, sondern durch parasitäre Lebewesen, in diesem Fall durch die Hausstaubmilbe.

Menschen die an einer Hausstaubmilbenallergie leiden reagieren dann mit den typischen Symptomen, dazu zählt insbesondere:

 Niesen, eine laufende Nase, sowie gerötete und geschwollene Augen. 

Bei allergischen Reaktionen der oberen Atemwege spricht man auch von allergischem Schnupfen, Heuschnupfen, oder allgemein einer allergischen Rhinitis. Häufig treten die Symptome in den Heizperioden auf, wenn die Innenräume schlechter gelüftet werden und die Raumluft warm und trocken ist. 

Verbreitung der Hausstaubmilbenallergie

Laut einer Studie des Robert Koch-Instituts aus dem Jahr 2017 leiden in Deutschland etwa 20% der Bevölkerung an einer Hausstaubmilbenallergie.

Quelle:“Epidemiologisches Bulletin” des Robert Koch-Instituts aus dem Jahr 2017

Es gibt derzeit keine genauen Zahlen darüber, wie viele Prozent der Weltbevölkerung an einer Hausstaubmilbenallergie leiden. Die Allergie variiert von Region zu Region und es gibt große lokale Unterschiede in Bezug auf die Prävalenz (Häufigkeit einer Erkrankung innerhalb einer bestimmten Bevölkerung zu einem bestimmten Zeitpunkt). Studien haben gezeigt, dass die Häufigkeit der Hausstaubmilbenallergie in westlichen Ländern höher ist als in Entwicklungsländern.

Was bedeutet Hausstaubmilbenallergie

Häufig wird zwar die Bezeichnung Hausstauballergie verwendet, allerdings wird die Allergie nicht durch den Hausstaub, sondern durch die drin enthaltenen Allergene der Hausstaubmilben und deren Ausscheidungen verursacht. Die Hausstaubmilbenallergie ist eine Überreaktion des Immunsystems auf einen vergleichsweise harmlosen Stoff, ähnlich der Reaktion bei einem Heuschnupfen. Die Ursache ist nicht der reine Hausstaub, sondern die Hausstaubmilben, speziell der Milbenkot und die abgestorbenen Milben selbst die mit der Atemluft aufgenommen werden. ​Die winzigen Partikel welche die Allergie auslösen haften dem Hausstaub an, werden aufgewirbelt und gelangen über die Atemluft in den menschlichen Organismus.

Symptome einer Hausstaubmilbenallergie erkennen

​Die Symptome einer Hausstauballergie gleichen oft denen eines Heuschnupfens, einer Gräser- bzw. Pollenallergie oder der einer Schimmelpilzallergie.

Die Schleimhäute schwellen an, es kommt zu dauerhaftem (allergischem) Schnupfen, laufender Nase und Niesanfällen. Oft begleitet durch stark jucken Augen und wir fühlen uns müde und abgeschlagen.

Die Symptome der Hausstaubmilbenallergie sind

  • allergischer Schnupfen
  • allergisches Asthma
  • Niesreiz
  • Anschwellen der Schleimhäute
  • juckende und tränende Augen
  • Atemprobleme
  • dauerhaft verstopfter oder laufender Nase
  • Abgeschlagenheit
  • Müdigkeit
  • Hautausschlag 

Die Verursacher der Allergie (Hausstaubmilben) tummeln sich oft millionenfach dort, wo auch wir uns gerne aufhalten und wohlfühlen. Sie leben in unseren Betten, auf Couch, Sofa Sessel, Kopfkissen, Decke, Matratzen, Teppichen oder anderen textilen Einrichtungsgegenständen. Und dann kommen sie, die Symptome der Hausstauballergie plötzlich und unerwartet.

Besonders schlimm zeigen sich diese Symptome in den eigenen vier Wänden und zumeist am Morgen nach dem Aufwachen. Die allergische Reaktion deren Auswirkungen wir zu spüren bekommen, werden von Hausstaubmilben und deren Ausscheidungen verursacht. Die aggressiven Allergene (winzige Partikel des Milbenkots) werden mit der Atemluft aufgenommen und verursachen die Symptome einer Hausstaubmilben Allergie.

Was kann man bei Hausstaubmilbenallergie tun?

Hausstauballergie was tun? Um die Beschwerden der Allergie schnell loszuwerden, müssen Sie sofort die Menge der Hausstaubmilben reduzieren. Bringen Sie in Erfahrung, wo sich die meisten Milben in Ihrem Haushalt befinden. Verwenden Sie dazu unseren Milbentest. Benutzen Sie im Anschluss ein Milbenspray und Milben Waschmittel. Für Ihr Bett sollten Sie Milben-Bettwäsche – Encasings verwenden.

Einen Test auf Hausstaubmilbenallergie machen

Arzt hält ein Schild mit der Aufschrift Hausstauballergie
Wenn Sie den Verdacht haben an einer Hausstaubmilbenallergie zu leiden, können Sie einen Allergietest bei einem Allergologen machen. der Facharzt, bzw. die Fachärtzing kann feststellen ob Sie auf das Allergen der Milben allergisch reagieren. Wie diese Tests durchgeführt werden lesen Sie in unserem Artikel zum Hausstauballergie Test.

Warum müssen Sie etwas gegen Milben tun?​

Hausstaubmilbenallergie was tun? Der Auslöser der Allergie sind die Allergene der Hausstaubmilben, die sich zum größten Teil in deren Kot und abgestorbenen Milbenkörpern befinden. Das menschliche Immunsystems reagiert mit Antikörpern auf das Allergen, je höher die Belastung durch Allergene, umso heftiger und häufiger reagiert das Immunsystem. Verringern Sie den Kontakt mit Allergenen verschwinden auch die allergischen Symptome. Also müssen Sie etwas gegen die Anzahl der Milben in Ihrem direkten Umfeld unternehmen. Dabei helfen:

Die Gleichung ist simpel:

Wenig Milben = Wenig allergische Symptome = Linderung der Hausstaubmilbenallergie.

Lesen Sie zum Thema Milben Bekämpfung auch unseren Artikel Milben im Bett

Achtung: Allergien können chronisch werden – Etagenwechsel verhindern

Je früher die Allergie behandelt wird, desto eher kann ein sog. Etagenwechsel der Allergie vermieden werden. Unter Etagenwechsel wird eine Verschiebung der Ausprägung verstanden. D. h. dass z.B. aus einer Rhinitis (Atemwegserkrankung) ein dauerhaftes Asthma wird. Es sollte immer eine genaue Abklärung beim Allergologen erfolgen, ob eine Hausstaubmilbenallergie oder eine Erkältung vorliegt, um einen Etagenwechsel bei einer nicht erkannten Allergie zu verhindern.

​Bei den resultierenden Krankheitsbildern aus der Hausstauballergie kann wie folgt unterschieden werden:

  • 45% haben eine Rhinitis (einer Nasenentzündung, die auch chronisch werden kann), was mit den Symptomen des Heuschnupfens gleichzusetzen ist, d.h.
    • laufende oder verstopfte Nase
    • und tränende Augen
  • 34% Asthma, d.h. einhergehend mit schwerer Atmung und sogar Luftnot.
    • Untersuchungen zeigten, dass beim Hausstaubmilbenasthma das Allergen Der p 23 von Dermatophagoides pteronyssinus (Hausstaubmilbe) eine ausschlaggebende Rolle spielt.
  • 7% leiden unter der atopischen Dermatitis (Hauterkrankung Neurodermitis )
    • Somit muss auch bei der atopischen Dermatitis (Neurodermitis) mit an die Hausstaubmilbenallergie gedacht werden.

Allergisch auf Milben oder sensibilisiert?

Da Milben ein sehr hohes allergenes Potential darstellen, sind etwa 35% der deutschen erwachsenen Bevölkerung auf die Hausstaubmilbe „sensibilisiert“. Mit anderen Worten, bei einer Sensibilisierung setzt sich Ihr Immunsystem mit den Allergie auslösenden Allergenen auseinander und entwickelt eine Abwehr. In der Regel treten dabei auch keine Symptome einer Allergie auf. Diesen Prozess verstehen wir als Sensibilisierung. Wird bei einem Allergietest eine Sensibilisierung nachgewiesen, ist das nicht mit einer Allergie gleich zu setzen. Von einer Allergie wird erst dann gesprochen, wenn allergische Symptome auftreten, die zu einer nachgewiesenen Sensibilisierung passen. 

​Nicht jede positive Reaktion im Allergietest ist der Beweis für eine Allergie. Ob es sich auch um eine Allergie handelt, kann bei einem Allergologen, beispielsweise mit Hilfe eines Provokationstest ermittelt werden.

Hausstaubmilbenallergie Ursache

Die Allergene bei der Hausstaubmilbenallergie

​Der Hausstaub enthält nicht nur die Milben als Allergene, sondern wie Wahl et al. zeigen konnten, je nach Jahreszeit verschiedene Pollen wie Gräser- und Baumpollen, die Allergien auslösen können und auch Nahrungsmittelpartikel und auch, wenn Tiere im Haushalt gehalten werden, die entsprechenden Tierallergene wie z.B. von der Katze und dem Hund. Auch können z.B. von der Tochter, wenn sie beispielsweise vom Reiten kommt, entsprechende Pferdeallergene mit eingeschleppt werden. Wobei die Allergene des Pferdes als sehr agressiv einzustufen sind.

All diese Komponenten müssen bei einer Hausstauballergie mitberücksichtigt werden, wobei die Hauptallergenquelle die Milben und hier besonders die Hausstaubmilbe Dermatophagoides pteronyssinus darstellt. Die wichtigsten Allergene der Hausstaubmilbe sind:

  • Der p1 
  • Der p2 
  • Der p23 
  • Der p10

Das Der p10, das sogenannte Tropomyosin, ein Muskelprotein spielt eine wichtige Rolle bei der Kreuzreaktion. Der p1 und Der p2 bezeichnet man als Hauptallregen, d.h. mehr als 50% der Hausstaubmilbenallergiker sind darauf sensibilisiert. Dann gibt es noch die Intermediärallergene, d.h. 25-50% der entsprechenden Allergiker sind darauf sensibilisiert und das Minorallergen, d.h weniger als 25% der Hausstaubmilbenallergiker sind darauf sensibilisiert. Der p23 spielt eine wichtige Rolle bei der asthmatischen Ausprägung der Hausstaubmilbenallergie.

Hier erfahren Sie mehr über Allergene.

FAQ Hausstaubmilbenallergie

Wie bekommt man Hausstauballergie weg?

Sie sollen zunächst Kontakt zu einem Allergologen oder einer Allergologin aufnehmen und einen Allergietest machen. Hier können Sie sich über einen Hausstauballergie-Test informieren.

Um die Beschwerden der Allergie schnell loszuwerden, müssen Sie sofort die Menge der Hausstaubmilben reduzieren.
Empfehlen wir folgende Schritte:

1.) Verwenden Sie dazu unseren Milbentest. Damit bringen Sie in Erfahrung, wo sich die meisten Milben in Ihrem Haushalt befinden.
2.) Benutzen Sie im Anschluss ein Milbenspray und Milben Waschmittel um die Anzahl der Milben zu verringern.
3.) Verwenden Sie für Ihr Bett Milben-Bettwäsche –sog. Encasings.

Sie können bei zu großer Belastung auch über eine Hypersensibilisierung nachdenken, sprechen Sie dazu mit Ihrem Arzt oder Ärztin.

Wann ist die Hausstauballergie am schlimmsten?

Die Hausstaubmilbenallergie ist eine perennialen Allergie, d.h. sie ist ganzjährig, denn die Milben sind im ganzen Jahr in unseren Häusern.
Im Vergleich zu saisonalen Allergien, wie z.B. der Pollen- oder Gräser Allergie, deren Symptome draußen auftreten, ist das Besondere bei der Hausstaubmilbenallergie, dass sie in Innenräumen am schlimmsten ist.

Forschungen haben ergeben, dass in den Monaten September und Oktober die relative Anzahl (Population) der Milben im nördlichen Europa am höchsten ist. Grund dafür sind Temperatur und Luftfeuchtigkeit in dieser Jahreszeit, die für ein sehr ausgewogenes und für Milben optimales Klima bereiten.

Was für die Milben besonders gut ist, ist für Allergiker in gleichem Maße höchst belastend, da ein große Menge Milben bedeutet, dass die Konzentration von Milben-Kot und abgestorbenen Milbenkörpern in der Atemluft auf ein Maximum ansteigt. Eine einzige Milbe produziert in laufe ihres zwei bis vier monatigen Lebens, das zweihundertfache ihres eigenen Körpergewichts an Exkrementen.

Problematisch ist der Anstieg der Allergene in der Luft besonders in der Heizperiode.
Viele Milben sterben im Winter ab, da die Luftfeuchtigkeit in unseren Wohn- und Schlafräumen strak absinkt und die Lebensbedingungen schlechter werden. Die trockenen, warme Raumluft steigt auf und transportiert so die feinen Partikel der Milben in unsere Atemwege.

Kann man eine Hausstauballergie heilen?

Die Hausstauballergie ist die Überreaktion des Immunsystems auf einen sehr harmlosen Stoff, genauer gesagt, auf ein Protein (das Allergen Der p1) daher kann eher weniger von einer Heilung gesprochen werden, da keine Erkrankung im eigentlichen Sinne vorliegt.

Vielmehr müsste im Zuge einer Hypersensibilisierung (spezifische Immuntherapie), von einer Korrektur des Verhaltensmusters des Immunsystem die Rede sein. Dies wäre eine Methode um die Symptome der Hausstauballergie langfristig zu lindern.

Bei einer Hypersensibilisierung, umgangssprachlich auch als Desensibilisierung wird mittels wiederholten Verabreichungen des Allergens mittels Injektionen in äußerst geringen Dosis, das Immunsystem an das Allergen gewöhnt um langfristig die Überreaktion zu beenden.

Warum plötzlich Hausstauballergie?

Warum plötzlich Hausstauballergie? Das Immunsystem reagiert auf die Allergene der Milben, indem es zunächst Antikörper bildet. Die Antikörper binden sich an bestimmte Zellen und eine Sensibilisierung setzt ein. Zu diesem Zeitpunkt besteht noch keine Allergie, der Köper ist in einer “Vorstufe”, er ist sensibilisiert auf die Allergene und speichert diese als Bedrohung, auf die das Immunsystem bei weiterem Kontakt reagieren soll. 
Kommt es erneut, oder zu intensiverem Kontakt mit dem Allergen, setzen die sensibilisierten Zellen chemische Stoffe frei (Histamin). Diese chemischen Stoffe lösen dann die allergische Reaktionen des Immunsystems aus. Die typischen Symptome einer Allergie, wie Niesen, laufende Nase, geschwollenen Schleimhäuten, juckender Augen, Müdigkeit und körperlicher Abgeschlagenheit machen sich bemerkbar. Bei allergischen Reaktionen der Atemwege, wird dies als allergischer Schnupfen oder allergische Rhinitis bezeichnet.

Was bedeutet Atopiker?

Atopie ist die Überempfindlichkeit auf zumeist harmlose Stoffe die uns umgeben, zumeist wird die Allergie vererbt. Wenn beide Elternteile Allergiker sind liegt die Chance, dass das Kind auch Allergiker wird bei 90%, wenn nur ein Elternteil Allergiker ist bei 75%. Allergien können sich auch entwickeln, wenn kein Elternteil Allergiker ist. Man spricht dann von einer aufgesetzten Allergie. Das gilt besonders für Berufsallergien. Bei der Berufsallergie spielt neben der Hausstaubmilbe auch die Vorratsmilbe eine Rolle, z.b. bei den Bäckern, da Vorratsmilben im Mehl vorkommen und so beim Arbeiten mit Mehl von dem Bäcker inhaliert werden. Die Sensibilisierung auf die Vorratsmilben ist weniger als die Hälfte der Atopiker, die gegen die Hausstaubmilbe sensibilisiert sind.

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